Sign up with your email address to be the first to know about new products, VIP offers, blog features & more.

Der Bienenköniginnen-Fluch – Es kann nur eine geben!

Eine Bienenkönigin hat eine der verantwortungsvollsten Aufgaben in einem Bienenstock: Sie ist für das Überleben ihres gesamten Volkes zuständig. Übertragen auf die Business-Welt steht die Metapher der Bienenköniginnen oftmals für besonders erfolgreiche Frauen in Wirtschaft, Wissenschaft, Industrie oder Politik, die sich ihrer Positionen durchaus bewusst sind, jedoch keinerlei (weibliche) Konkurrenz akzeptieren. Die Bienenköniginnen sind hierbei nicht mit den sogenannten Alpha-Frauen zu verwechseln, welche mit ihrer wachsenden Position auch Ihre Verantwortung spüren und sich dadurch verpflichtet fühlen, ihr Wissen weiterzugeben und auch andere bei ihrem beruflichen Werdegang zu unterstützen.

Eine Bienenkönigin akzeptiert keine Konkurrenz

Auf Messen ist es in der Tat am offensichtlichsten: Konkurrenzdenken und Ellenbogenpolitik sind hier an der Tagesordnung. Das Motto lautet hierbei: „Schwimm gerne mit: Umso härter umso besser, aber meine Position ist Tabu!“ Ich kann nicht mehr an einer Hand abzählen, wie oft ich von Frauen Gegenargumente zur Frauenquote hören musste, da es diese bisher auch nicht gegeben habe und die Bienenkönigin sich ihren Weg auf den Thron auch hart und unter viel Verzicht erkämpfen musste. Ein Aufstieg durchs Netzwerken oder eine Quote wird als „leichter Weg“ bezeichnet und mit Verachtung gestraft und jede potenzielle Konkurrentin mit Argusaugen betrachtet. Bereits in meinem Artikel über das sogenannte Eris-Prinzip berichtete ich über die Konkurrenz sowie Diskriminierung unter Frauen, doch nirgends wird diese so deutlich, wie bei einer Begegnung mit einer Bienenkönigin.

Bewerbungsgespräche aus der Hölle

„Willkommen in der Irrenanstalt“ war oft der Gedanke, der mir durch den Kopf ging, wenn ich mich bewarb, während die anwesende Bienenkönigin ihren Stachel schärfte. Keine Qualifikation ist gut genug, die Berufserfahrung wird in Frage gestellt und Fragen, welche die Persönlichkeitsrechte verletzten, wurden mit ökonomischen Interesse seitens der Unternehmensführung begründet. Stellt sich die eigene Meinung konträr zur gängigen heraus, sticht die Königin zu und akzeptiert hierbei keinen Fehltritt. Reagiert man nicht wie erhofft, zieht sie sich zurück und übt ihre Macht aus dem Hintergrund aus.

Viele Arbeiterinnen und nur Eine, die profitiert

Bienenköniginnen-Fluch - Es kann nur eine geben

Die Bienenkönigin liebt ihre Arbeiterinnen und kann von diesen nicht genug bekommen. Sie sind fleißig, halten ihr den Rücken frei, bereiten die wichtigsten Informationen auf, sind loyal und beschweren sich nicht – so der Blickwinkel der Königin. Ich hatte während meines bisherigen beruflichen Werdegangs das Glück, keine Bienenkönigin als Vorgesetzte gehabt zu haben, auch wenn ich Charakterzüge solcher schon oft beobachten konnte. Kolleginnen hatten nicht so viel Glück. „Familienleben hat im Beruf nichts verloren“, „Wer Aufsteigen will muss Präsenz zeigen und hart arbeiten“ und „Wer sich eine Qualifizierung wünscht, kann sich diese schön selbst finanzieren“.

Wie oft ich bei einem Glas Wein oder einer Tasse Tee/Kaffee die ellenlangen Beschwerden meiner Business-Kolleginnen über die willkürliche Herrschaft ihrer Vorgesetzten hören konnte, kann ich hierbei nicht an einer Hand abzählen, glücklicherweise ist bisher jedoch jeder die „Flucht“ aus dem Zwangsregime gelungen. Die Bienenköniginnen sind hierbei (anders als in der Natur) im Übrigen auch durchaus männlich.

„Deine Arbeit ist mein Erfolg“

Bitter wird es in Zusammenarbeit mit Bienenköniginnen, wenn diese fremde Arbeit und Erfolge als ihre eigenen verkaufen. Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist völlig in Ordnung, Konzepte zu adaptieren und in ihrer Anwendung zu personalisieren. Das gilt jedoch nicht für die plumpe Ausbeutung der MitarbeiterInnen-Kreativität. Konzepte zu erstellen, auszuarbeiten und stolz der Chefin zu zeigen, nur um diese dann 1 zu 1 in einem Meeting von dieser präsentiert zu bekommen, das ist sicher schon einigen passiert. Schlimmer jedoch wird es, wenn dies beispielsweise in Workshops, Büchern oder wissenschaftlichen Arbeiten passiert, mit welchen sich diejenige letztlich vor dem gesamten Kollegium profiliert.

Es gibt nur eine Lösung: Verlassen Sie den Bau

Eine Bienenkönigin kann man nicht im klassischen Sinne „besiegen“ und probiert man es doch, so verliert man sich meist selbst. Sachliche Argumentation findet irgendwann ein Ende, da auf diese keinen Wert gelegt wird und landet man doch mal einen Treffer, so erfolgt ihre Vergeltung unerwartet und sehr schmerzvoll. Der wirksamste Lösungsansatz wäre hierbei die Rolle der „Arbeiterin“ niederzulegen und den Bau zu verlassen. Glücklicherweise haben wir als Menschen mehr Möglichkeiten, als die von uns von Natur aus zugeschriebene Rolle (Fortpflanzung, Nahrungsaufnahme etc.) und können uns so einfach für einen anderen Weg entscheiden. Begegnet man einer Bienenkönigin in einem Kontext, in dem kein Abhängigkeitsverhältnis besteht (Bsp. auf einer Messe), so würde ich immer raten: Sofern es Sie nicht zu viel Energie oder Mühe kostet, stechen Sie zurück und lassen Sie die Bienenkönigin ihr eigenes Gift spüren, jedoch nur insoweit, als dass Sie sich nicht selbst verlieren. In einer Abhängigkeitssituation nehmen Sie Ihre Qualifikation, berufliche Erfahrung und Kreativität und verlassen Sie den Bau, in dem die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten offensichtlich begrenzt sind.

Im Endeffekt hilft Ihnen nur ein entspannter Umgang mit solchen Bienenköniginnen, denn letztlich wissen Sie: Anders als Alpha-Frauen, die ein Netzwerk aus Solidarität, gegenseitiger Unterstützung, Wohlwollen und Empathie um sich aufbauen, werden Bienenköniginnen immer auf ihre Mitarbeiterinnen angewiesen sein und fliehen diese stetig, so fängt ihre Herrschaft an zu bröckeln.

Keine Kommentare bis jetzt.

Was denken Sie?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.