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Die Kunst der Perfektion

Welche Frau kennt es nicht? Das Gefühl vollkommen zu sein. Sie nicht? Dann haben Sie wohl etwas richtig gemacht. Perfektion ist ein Aberglaube, der von Jahr zu Jahr immer mehr Frauen zu Höchstleistungen antreibt. Ein gutbezahlter Job, tolles Aussehen, Kinder mit überdurchschnittlichen Leistungen und guten Manieren sowie einen Mann, für den Sie andere Frauen beneiden.

Kommt Ihnen nicht bekannt vor? Mir auch nicht. Ich habe grundsätzlich noch nie davon gehört, dass einem Mann die Frage gestellt wurde: Wie schaffst du es bloß, alles so perfekt unter einen Hut zu bekommen? Eine Frau hingegen kennt diese Standardfrage bereits und tut sie mit einem milden Lächeln ab, während sie krampfhaft versucht, nicht auf die Uhr zu blicken.

Der ständige Drang nach Perfektion

Doch woher kommt der Drang „perfekt“ sein zu wollen?

Für alle, die diese Befürchtung hegten: Er ist nicht angeboren. Als Kinder sind wir in der Regel recht unbeschwert: Wir spielen, lachen, weinen und lernen viel über die Welt, andere und vor allem über uns selbst. Man kann den Zeitpunkt, an dem es anfängt, nur schwer ausmachen. Ein möglicher Moment wäre innerhalb unserer Kindergartenzeit auszumachen.

Mach dich nicht (wieder) schmutzig!

Ess das Gemüse auf!

Spiel nicht zu wild!

Aussagen, die von Müttern und Vätern aus Sorge um ihre Kinder getätigt werden, können bereits in frühster Kindheit die falschen Signale senden.

Natürlich möchten sie ihren Kindern keine Verbote auferlegen, unterbewusst jedoch plädieren sie mit ihren Aussagen für eine eingeschränkte Unbeschwertheit ihrer Kinder.

Bereits in diesem Augenblick können sie etwas auslösen, dessen Ausmaß sie nicht abschätzen können: Den Drang nicht enttäuschen zu wollen, den Drang bemerkt, gelobt und geliebt zu werden und letztlich den damit einhergehenden Drang perfekt zu sein.

Ab diesem Moment tritt ein Dominoeffekt ein. Nun braucht es keine Familie, Freunde oder Kollegen, die als Auslöser für den „Drang der Perfektion“ fungieren, dieser wird nun stetig selbst gepflegt.

Selbst wenn wir beispielsweise in unserer Teenager-Zeit vom scheinbar determinierten Weg abweichen, wollen wir auch dies, völlig und ohne Kompromisse. Wir lehnen uns auf, rebellieren, reißen alle Mauern ein, von denen wir uns eingeengt fühlen und… finden unseren Weg letztlich doch zurück.

Durch Akzeptanz den Weg aus der Perfektionsspirale finden

Wir wollen ein selbstständiges und souveränes Leben führen, Sicherheit, einen Partner an unserer Seite, der uns so liebt, wie wir sind und was ist der Preis?

Verstellung, Verzicht, Kompromiss. Doch muss das sein? Natürlich nicht!

Der Weg aus der „Perfektionsspirale“ ist nicht einfach, aber machbar. Die Schlüsselwörter sind hierbei:

Akzeptanz, Selbstliebe und Achtsamkeit.

Betrachten Sie beispielsweise eine neue Lebenssituation wie eine mathematische Aufgabe.  Problem erkennen, Problem analysieren, Problem lösen. Hierzu gehört natürlich, dass Sie eine Situation auch akzeptieren und nicht verdrängen.

Sie waren noch nie gut in Mathe? Kein Problem, holen Sie sich Hilfe! Viele glauben fälschlicherweise, sie seien Einzelkämpfer auf dieser Welt und müssten jedes Problem alleine lösen.

Ich gebe Ihnen einen Rat: Es gibt andere, die wissen es manchmal einfach besser. Diese Tatsache klingt recht hart, aber sie ist wahr. Auch hierzu gehört Akzeptanz, die es uns erlaubt, in einer schwierigen Situation um Hilfe zu bitten.

Wer sich selbst liebt, hat nichts mehr zu fürchten

Selbstliebe statt PerfektionNoch wichtiger ist jedoch unsere Selbstliebe. Klingt ein wenig eitel? Ist es ganz und gar nicht. Wenn Sie sich selbst lieben, ihre Stärken und Schwächen, die äußersten Grenzen kennen, die Sie nicht überschreiten dürfen, dann ist der Schritt zu mehr Gelassenheit ein Kinderspiel. Für mich persönlich ist der Punkt der Selbstliebe der schwierigste auf einem langen Lebens- und Karriereweg. Anderen Mut zu machen und ihnen Liebe zu spenden ist leicht. Sich selbst zu lieben und zu akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir einfach nicht können, ist sehr schwer. Aber unser Gehirn funktioniert glücklicherweise wie ein Muskel, was bedeutet, dass wir es trainieren können.

Lächeln ist beispielsweise eine perfekte Methode, um Selbstliebe zu trainieren. Lächeln Sie morgens Ihren Partner, Ihre Kinder, Ihre Kollegen, Fremde auf der Straße und vor allem Ihr eigenes Spiegelbild an. Falls Sie glauben, Sie seien zu schüchtern dafür oder es fühle sich für Sie zu komisch an, dann fragen Sie sich stets: Was wäre denn das schlimmste, was passieren könnte? Wenn jemand zurücklächelt? Das jemand nach dem Grund Ihrer scheinbaren guten Laune fragt? Klingt alles gar nicht so schlimm oder? Also: Nicht zögern, sondern ausprobieren!

Sie akzeptieren also auftretende Probleme, üben sich fleißig in Selbstliebe und finden so ein wenig zu Ihrer natürlichen Gelassenheit zurück. Wofür braucht man also noch die Achtsamkeit?

Mit Achtsamkeit zu mehr Bewusstsein zurückfinden

Das Thema Achtsamkeit scheint in den letzten Monaten ja recht populär geworden zu sein. Jeder schreibt darüber, jeder schwärmt davon, jeder scheint es zu leben.

Im Zusammenhang mit der „Kunst der Perfektion“ bekommt Achtsamkeit jedoch einen anderen Schwerpunkt. Hierbei geht es nicht darum, auf die eigene Ernährung, Umwelteinflüsse oder bestimmte Situationen zu achten und diese bewusst wahrzunehmen. Es geht nur um Sie.

Wenn wir darauf achten, perfekt zu sein, versuchen wir (vor anderen) keine Fehler zu machen. Wir achten auf unsere Sprache, eine gute Körperhaltung, unsere Kleidung etc. Was ist hier das Credo? Bloß nicht auffallen und wenn doch, dann auf jeden Fall positiv.

Üben wir uns nun in mehr Achtsamkeit, so fällt der Anspruch der Perfektion weg, denn sie wird überflüssig. Wie ist der Klang meiner Stimme? Wie atme ich? Was braucht mein Körper gerade? Wie verändert sich mein Gesicht, wenn ich lache?

Sie fragen sich, was diese Fragen ändern? Ich sage Ihnen: Sie ändern alles.

Die (un-)vollkommene Perfektion

Die Spirale der Perfektion beginnt sich aufzulösen, denn Sie haben gelernt, sie zu durchbrechen. Familie, Freunde und Kollegen hören auf, Zuschauer einer Fassade zu werden, die sie selbst gerne ablegen würden.

Sie werden glücklicher mit sich und anderen. Sie blicken Situationen gelassener entgegen, die Sie vorher in den Wahnsinn trieben und Sie sind achtsamer gegenüber Merkmalen, die Sie perfekt machen und zwar in den einzigen Augen, die wichtig sind: Ihren eigenen.

2 Kommentare
  • Mrs Globalicious
    23. November 2015

    Toller Beitrag! Vor allem deine Aussage „Wer sich selbst liebt, hat nichts mehr zu fürchten“ trifft es ziemlich genau auf den Punkt.

    Liebe Grüsse,

    Doris

    • Kinga Bartczak
      23. November 2015

      Liebe Doris,

      Herzlichen Dank für deinen netten Kommentar. Ich freue mich immer über positives Feedback zu meinen Artikeln!

      Liebe Grüße
      Kinga

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