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Giving Women A Voice – Ein Interview mit Doris Gross

Ich freue mich im heutigen Interview die wunderbare Doris Gross begrüßen zu dürfen. Doris ist Journalistin, Bestseller-Autorin und Gründerin von Fempress Media. Als Mentorin und Herausgeberin unterstützt sie Frauen online und offline, ihre einzigartigen Geschichten mit anderen zu teilen.

1. Liebe Doris, wenn man deine „Jobtitel“ liest, ist das wirklich sehr beeindruckend. Wer war denn „Doris Gross“, bevor sie sich für den Weg der Selbstständigkeit entschied?

Ich war schon seit jungen Jahren immer eine große Träumerin. Ich habe in der Schule im Unterricht selten aufgepasst, denn meine Tagträume waren mir immer wichtiger und fühlten sich auch erfüllender an ;-). Zielstrebig war ich immer nur dann, wenn mich etwas mit großer Begeisterung gepackt hat, dann war ich auch in der Lage lange dranzubleiben. Außerdem habe ich schon immer mehr für Kreativität gelebt als für Zahlen, was sich natürlich auch auf meine Berufswahl ausgewirkt hat. Ich bin eben ein klassischer Fall von rechts-dominierter Hirnhälfte …

2. Gab es für dich auf deinem Weg einen oder mehrere Momente, die du als „Gamechanger“ bezeichnen würdest?

Immer dann, wenn ich allein losgezogen bin. Ich denke, das erste Mal, dass es mich wirklich gepackt hatte, war, als ich für meine Ausbildung allein von Stuttgart nach München gezogen bin. Das war für mich das erste richtig große und auch langwierige Abenteuer, das mich auch im Nachhinein geprägt hatte. Das erste Mal musste ich auf eigenen Beinen stehen. Ich musste schauen, dass ich etwas zum Essen im Kühlschrank hatte und auch die Miete wollte bezahlt werden. Ich fand dieses Lebensgefühl großartig.

3. Wie haben sich diese Augenblicke auf deinen privaten/beruflichen Weg ausgewirkt?

Ich bin sehr schnell emotional unabhängig geworden und habe mich schnell sehr wohl damit gefühlt, auch allein zu sein. Ich war zwar früher keine Partyqueen, aber eben auch kein Mauerblümchen. Diese Situationen haben mich gelehrt, dass ich schneller vorankomme, wenn ich mich nicht von Menschen und anderen Dingen ablenken lasse. Seither lebe ich auch mehr dieses Lebensgefühl.

4. In Deutschland gibt es einen eher verhaltenen Umgang mit dem Begriff „Scheitern“. Was bedeutet es für dich, zu scheitern und gab es einen Moment, in welchem du dachtest, keinen Ausweg mehr zu finden?

Den gab es öfter, jedoch habe ich mich niemals wirklich als gescheitert empfunden. Ich habe mir in solchen Situationen angewöhnt, extreme Szenarien zu meiner Rettung hinzuzuziehen. Ich habe mir immer wieder gesagt, dass ich erst dann gescheitert bin, wenn ich obdachlos bin, im Gefängnis lande oder es keinen, so wirklich keinen Ausweg mehr gibt. Dieser Extremfall ist natürlich niemals eingetreten, also war mir auch immer klar, dass sich eine Lösung irgendwie finden wird. Alles regelt sich irgendwie.

5. Gibt es deiner Meinung nach äußere und innere Erfolgsindikatoren und wenn ja, welche wären diese für dich?

Natürlich bin ich auch ein Mensch, der Erfolg auch irgendwo an finanziellen Resultaten misst. Ich weiß aber auch, dass zum Erfolg vielmehr dazugehört und dies nicht einfach mit Geld aufgewogen werden kann. Ich fühle mich erfolgreich, wenn ich Projekte und Ideen zum Leben erwecken kann und sehe, wie diese Form annehmen.

6. Du hast ja nicht nur ein eigenes Business gestartet, sondern auch den Sprung ins Ausland (in diesem Fall nach Los Angeles) gewagt. Wie können wir uns zurückblickend deinen Start in Amerika vorstellen?

Abenteuerlustig, ungewiss und rein auf dem Papier zum Scheitern verurteilt. Nein im Ernst: mein Schwager hatte mir damals kurz nach meiner Auswanderung folgendes gesagt. „Ich habe keine Ahnung, wie du das gewuppt hast, aber rein auf dem Papier war das ja schon zum Scheitern verurteilt.“ Man muss dazu sagen, dass meine Auswanderung zeitgleich mit meiner Businessgründung (ohne ausgefeiltes Businesskonzept), 4.000 Euro an Ersparnissen und einer Schwangerschaft im Dritten Monat zusammengekommen ist. Jetzt im Nachhinein frage ich mich selbst oft, wie ich das gemacht habe, genieße es aber auch ungemein, zu wissen, dass ich das in Eigenregie, trotz aller Prognosen, wenn auch manchmal weniger glorreich, gewuppt habe. Darauf zurückzublicken, hat mir die Angst vor vielen Dingen genommen.

7. Würdest du sagen, es gibt Unterschiede im Businessbereich zwischen deutschen und amerikanischen Geschäftspartner/-innen oder Kunden/Kundinnen?

Absolut. Dies sieht man definitiv in der Art und Weise, wie im amerikanischen Raum kommuniziert und auch schneller Vertrauen aufgebaut wird. Mit „The best of both worlds“ im täglichen Austausch zu sein, gibt mir einen direkten Vergleich und hilft mir auch, mich selbst besser wahrzunehmen – als Unternehmerin, als Partnerin, aber auch als Mutter. Ich bin hier in Los Angeles gelassener, offener und auch risikobereiter, als ich es in Deutschland war. Das hat sicherlich auch mit dem Umfeld und dessen Reaktion auf verschiedene Dinge zu tun.

8. Was war bisher deine wertvollste Erkenntnis als Entrepreneurin und Auswanderin?

Dass Selbstständigkeit auch Vereinsamung heißt. Ich habe es am Anfang geliebt im Homeoffice zu arbeiten, bin so aber auch ziemlich schnell vereinsamt, weil ich den Kontakt zur Außenwelt und den California Lifestyle, wegen dem ich ja hierhergekommen bin, gar nicht mehr genossen habe. Diese Erkenntnis war sehr wichtig für mich und ich habe auch lange gebraucht, um daran zu arbeiten.

9. Du bist ja nicht nur im Business-Bereich mit verschiedenen Rollen konfrontiert, auch im privaten Bereich kam zu den Rollen der Freundin, Tochter und Partnerin vor zwei Jahren auch die Rolle der Mutter hinzu. Was hat sich hierdurch für dich verändert?

Alles! Ich habe es mir ehrlich gesagt einfacher vorgestellt. Ich bin ungeplant schwanger geworden und habe zwar eine sehr tolle Schwangerschaft genießen können und habe auch das Glück, dass unser Sohn ein „Low-Maintanence-Baby“ ist, aber trotzdem nimmt mich das natürlich ein. Mein Sohn ist mittlerweile fast drei Jahre alt und wir haben beide keine Familie in unserer Nähe. Das zerrt natürlich schon an den Nerven ab und zu. Ich bin aber auch froh, dass ich mir somit erstmals keine Gedanken dazu machen muss, wie ich zukünftig am besten eine Mutterschaft in meinen Businesskalender einplanen und nach dem richtigen Zeitpunkt suchen muss.

10. Wenn ich deinen Sohn bitten würde, mir in einem Satz seine Mama zu beschreiben, was würde mir dieser sagen?

Mit dem Kopf immer in den Wolken 🙂

11. Gibt es einen wertvollen Tipp, welchen du den Leserinnen und Lesern mit auf dem Weg geben würdest, die gerade über ein eigenes Business nachdenken, sich jedoch (noch) nicht trauen, den Sprung zu wagen?

Denke an all die Befürchtungen, denen wir uns täglich aussetzen. Und nun denke daran, dass in der Regel 95 % davon nie eintreten werden. Sich also damit zu beschäftigen, ist absolut sinnlos und du könntest deine Zeit fruchtbarer einsetzen.

Abschließend würde ich dich gerne bitten, folgenden Satz zu beenden: „In 5 Jahren werde ich meinen Zielen schon um vielfaches näher sein.“

Liebe Doris, vielen Dank für das tolle Interview.

Über Doris Gross

Doris GrossDoris Gross ist Bestsellerautorin, Gründerin von Fempress Media und Herausgeberin mehrerer Magazine in den USA und in Deutschland. Ihren Fokus hat sie dabei auf Female Entrepreneurs gelegt, die auf unpolierte, ungeschönte und unmodifizierte Art und Weise von ihre Werdegang zu ihrem Erfolg sprechen. Doris führt ihren Verlag komplett ortsunabhängig und lebt mit ihrer Familie in Los Angeles.

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