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Kreieren Sie Ihre eigene „I Don’t Give a Fuck“ – Hall of Fame

Bereits in unserer Kindheit werden wir mit der sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und ethischen Erwartungshaltungen unserer Gesellschaft konfrontiert.

Wir wachsen in einer Welt auf, deren Fokus auf äußeren Rahmenbedingungen und Meinungen beruht. Wer Ratschläge oder kritische Nachfragen sucht, findet diese an unzähligen Stellen.

Aussagen wie:

  • „Was sollen denn die anderen denken?“
  • „Wie willst du denn diese Lücke im Lebenslauf erklären?“
  • „Das macht sich nicht so gut in den Augen von…“
  • „So haben wir das schon immer gemacht.“
  • „So sind nun einmal die Vorschriften.“
  • „Tu lieber erstmal das.“

sind uns nicht nur geläufig, sondern prägen seit jeher unser Denken und Handeln. Wir richten uns mehr nach fremden Ansichten als nach unseren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen.

Dies artet zumeist darin aus, dass wir in einer Vielzahl von Situationen einfach nur „funktionieren“. Aus Angst eine falsche Entscheidung zu treffen, treffen wir entweder gar keine Entscheidung oder halten uns an die Empfehlungen Dritter. Selbstredend ist dies der einfachere Weg und obendrein kann die Schuld bei Misserfolg jemand Anderen gegeben werden.

Wie man zu einem guten Entscheidungsfindungsprozess findet, habe ich bereits in meinem Artikel „Decision Making“ ausführlich erläutert.

Heute geht es mir um etwas subtileres, und zwar um die verzerrte Wahrnehmung des eigenen „Ichs“.

Welche Geschichte erzählen Sie sich über sich selbst?

Unsere Gesellschaft ist einem Irrtum unterlegen und das fatale ist, dass dieser Irrtum fortwährend weiterentwickelt und weitergetragen wird.

Während in früheren Generationen die Ansicht vorherrschte, dass dem Erfolg gebührt, der sich durch „harte Arbeit und Fleiß“ hervortut, ist es heutzutage die Mär vom „Ewigen Glück“.

Diesen Ansatz habe ich noch nie verstanden. Als Coach und Mentorin begreife ich den Zustand des „Glücks“ als etwas Vorübergehendes. Wenn wir nicht zwischenzeitlich Schmerz, Angst, Wut und Trauer empfinden, woher sollten wir dann wissen, ob wir glücklich sind? Hierzu fällt mir stets die Analogie von Licht und Schatten ein. Beides kann nicht ohneeinander existieren. Habe ich stets nur Licht in mir, gerät mein Inneres irgendwann aus der Balance, denn ich ignoriere den möglichen Schatten (Trauer, Selbstzweifel, Ängste etc.). Wir können jedoch nur aus diesem Wechselspiel gestärkt hervorgehen, wenn wir lernen, beides als gleichwertigen Teil unserer Selbst zu akzeptieren.

Die Weiterentwicklung des Museum-Konzepts

I Don't Give a Fuck-Museumskonzept

Warum nicht also zum gängigen Museums-Konzept von John Strelecky eine Erweiterung entwickeln?

In seinem Werk The Big Five For Life wird der sogenannte “Museumstag“ erwähnt: Eine schöne Metapher für das Aufbewahren wichtiger Lebensereignisse in einem imaginären Raum, welchen man jederzeit durchlaufen und gestalten kann. Ziel dieses Bildes soll es sein, sich in seinem (beruflichen und privaten) Alltag in Achtsamkeit zu üben und sein Leben nicht einfach an sich vorbeilaufen zu lassen. Stattdessen sollte man sich täglich bemühen, wertvolle Erlebnisse in „Erfahrungsschätze“ zu wandeln, welche man anschließend in sein Lebensmuseum einpflegen kann.

Ich mag dieses Bild, weist es uns doch auf die Endlichkeit unseres Lebens und die Fülle an wertvollen und wertschöpfenden Momenten hin.

Ich fand jedoch immer, dass hier ein wichtiger Gedankengang fehlte und zwar die „moments of non-fuckery“, wie sie auch im Buch The subtile Art of not giving a fuck von Mark Manson Erwähnung finden.

Durch die zuletzt gesteigerte Aufmerksamkeit rund um das Thema Persönlichkeitsentwicklung haben wir völlig vergessen, dass das Selbst- und Fremdbild nicht miteinander übereinstimmen müssen. Während wir also damit beschäftigt sind, dem Fremdbild (erfolgreich, gutaussehend, gebildet, etc.) hinterherzulaufen, stolpern wir immer öfter über eben diese Erwartungshaltung.

Wir möchten die Geschichte, die wir uns selbst erzählen, glauben und das auf Kosten unseres inneren Reichtums. Klick um zu Tweeten

Eine Zeitlang funktioniert dies hervorragend, zumindest bis zu dem Augenblick, in welchem wir aufgrund eines positiven oder negativen lebensveränderten Ereignisses (Entlassung, Verlust, Heirat, Geburt o.ä.) auf uns selbst zurückgeworfen werden.

In meinen Coachings und Mentorings geht es entsprechend nicht nur darum, beruflich oder unternehmerisch die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen oder an der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten. Es geht vor allem auch darum, meine Klientinnen mit gezielter methodischer Anwendung zu ihrem inneren Reichtum zurückzuführen.

Doch wie kann man bereits vor einem professionellen Begleitprozess den Weg nach Innen beschreiten?

Coaching-Fragen, die Ihnen helfen können

  • Welches Persönlichkeitsmerkmal finde ich an mir selbst besonders gut und wie kann ich dieses gezielt stärken?
  • Was habe ich in schwierigen Lebensphasen über mich selbst gelernt? Welche Stärken habe ich hieraus für mich erkannt?
  • Wenn ich in eine herausfordernde Situation komme, welche Stimmen werden in mir besonders laut? Wann sind mir diese inneren Stimmen zum ersten Mal begegnet und aus welchem Grund könnte ich Sie zum Dialog eingeladen haben?

Dies sind nur einige ausgewählte Fragen aus den Coachingbereichen der Ressourcenarbeit und des inneren Teams, mit welchen man anfänglich bereits wichtige Erkenntnisprozesse anstoßen kann.

Um auf meinen Grundgedanken zurückzukehren, empfehle ich außerdem immer das Gegenkonzept zum Museumstag zu pflegen und dieses nenne ich in Anlehnung an Mark Manson die „I Don’t Give a Fuck“ – Hall of Fame“.

Die „I Don’t Give a Fuck” – Hall of Fame

Stellen Sie sich hierbei vor, Sie hätten die einmalige Gelegenheit, mit Ihrem 90-jährigem Ich zu sprechen. Sie sitzen also gemütlich auf einer Parkbank, die Sonne scheint warm und wohltuend und sie hören einige Vögel leise im Hintergrund zwitschern.

Plötzlich dreht sich ihr älteres Ich zu Ihnen um, lächelt milde und sagt:

„Ich habe dir heute eine Liste mitgebracht, um dir das Leben ein wenig leichter zu machen. Auf dieser Liste stehen all die Dinge, Aussagen, Ereignisse und Menschen drauf, die dir in den kommenden Jahren völlig egal sein können, da ihre Meinungen keine Rolle für deine Existenz, dein Bewusstsein oder dein Leben spielen werden.“

Ihr älteres Ich rollt die Liste aus, wirft einen Blick darauf und sagt:

„Nun, lass uns mal schauen. Als Erstes steht hier:“

Diesen Satz zu beenden, obliegt Ihnen.

Immer wenn Sie sich machtlos, frustriert, wütend oder traurig fühlen, denken Sie an diese Liste. Stellen Sie die darauf stehenden Indikatoren in Ihr erweitertes „Anti-Museum“. Die Gefühle, Ereignisse und Personen, die sich hier wiederfinden, werden in einigen Wochen, Monaten oder Jahren für Sie keinerlei Bedeutung mehr haben.

Lassen Sie sich nicht einschränken, denn die Welt in ihrem Inneren ist grenzenlos. Entsprechend steht es niemandem zu, Ihnen zu sagen, wie Sie zu sein, zu arbeiten oder zu leben haben.

Sagen Sie sich einfach: „Okay, ich akzeptiere, dass es Gefühle, die Person, das Ereignis, etc. gerade gibt, aber ich lasse mich nicht davon einnehmen – „I don’t give a fuck.“

2 Kommentare
  • Sabiene
    9. September 2020

    Diese Liste von meinem 90jährigen Ich finde ich klasse! Danke dafür.
    (Muss mich ein bisschen damit beeilen, bin schon 60 😉 )
    LG
    Sabiene

    • Kinga Bartczak
      10. September 2020

      Liebe Sabiene,

      30 Jahre sind ja noch eine sehr lange Zeit, da kann die Liste noch ordentlich anwachsen 😉 Ich freue mich, dass dir diese Idee gefällt! Ziel ist es natürlich, ein wenig Entspannung in das eigene Leben zu bringen, denn seien wir mal ehrlich: Wie viele negative Gedanken haben sich denn letztlich wirklich bewahrheitet oder gelohnt?

      Ich wünsche dir viel Freude mit deiner Liste und heiße dich jederzeit herzlich willkommen auf meinem Businessblog!

      Viele Grüße
      Kinga

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