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Gekauftes Glück? Wie privater Konsumverzicht mein Business revolutionierte

Meine Erfahrungen mit dem Konsumverzicht und deren direkten Auswirkungen.

„Ist dir das Geld während des Umzugs ausgegangen?“

Ich muss immer noch lachen, wenn ich mir die Aussage einer Bekannten bei der Besichtigung unserer Wohnung in Erinnerung rufe. Ich denke in diesem Zusammenhang oft an den Ausspruch von Platon, der besagt:

Die ersten und kostbarsten Güter der Seele besitzt man, wenn Mäßigung darin wohnt.

Es stehen keine monströsen Möbel mehr herum, kein unnötiger Schnickschnack und alles hat seinen Platz sowie seine Funktion. Es ist nun einfach weniger. Vor allem die letzten beiden Worte haben mich schon vor meinem Umzug nach Köln lange beschäftigt. Bevor ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe, war es auch die Angst meinen Lebensstandard zu verlieren, die mich davon abhielt, den Sprung ins Ungewisse schon viel früher zu wagen.

Manchmal scheint es, als würden wir in einer Meritokratie leben, in der unser einziges Bestreben der Eskapismus in die Onlinewelt und die Akkumulation von Besitz ist. Beides bildet meiner Meinung nach ein schwieriges Konglomerat, da es zur Verpflichtung, Abhängigkeit und im Zuge dessen zur körperlichen und psychischen Belastung führen kann. Wie die Meisten bin jedoch auch ich keine Heilige und so tappte ich ebenfalls irgendwann in die Konsumfalle und avancierte zu einem Shopaholic par excellence, als sich meine Qualifikation und damit auch mein Gehalt verbesserten. Ich kaufte mir schöne Sachen und erfreute mich daran, wenn auch nur kurzfristig.

Erst mit der Zeit spürte ich die Belastung, die mit diesen Dingen einherging und begann mein Geld nicht zu „verkonsumieren“, sondern zu investieren.

Wer weniger besitzt, hat mehr Platz im Inneren, um zu geben

Mehr Platz im Inneren ohne Konsum

Bild von Caju Gomes

Gleichzeitig mistete ich meine Wohnung und dadurch auch indirekt mein Leben aus. Ich fragte mich mit jedem Karton, woher all diese Dinge stammten und ob ich deren Existenz bisher überhaupt bewusst wahrgenommen hatte. Der Abschied war leicht: Ich verkaufte, spendete, verschenkte und entsorgte.

Ich erinnere mich genau, was für ein befreiendes Gefühl ich empfand, als ich die neue Wohnung unbelastet betrat und wusste, dass hier nur noch ausgewählte Einzelstücke einen Platz erhalten würden.

Von dem Minimalismus-Trend halte ich nicht viel, da dieser oftmals dazu missbraucht wird von sich selbst ein positiveres Bild zu projizieren, was meist mit der Verurteilung anderer (Nicht-Minimalisten) einhergeht. Viel mehr bin ich davon überzeugt, dass ein achtsamer Gang durch die eigene Wohnung einem bereits bewusst macht, dass man die meisten Dinge darin nicht zwangsläufig benötigt und diese liebevoll verabschieden und ihnen ein neues zu Hause geben sollte. Mir gefällt also eher die Einstellung, sich langsam vom Gedanken des Wohlstandsbürgertums hin zur Gesellschaft des Teilens und des Verbundenseins hinzubewegen.

Ohne Verzicht oder Zwang, sondern als eine Art Geschenk an das eigene Wohlbefinden.

Von mehr Konsumverzicht im Privatleben zu mehr Erfüllung im Business

Tatsächlich nehme ich eine Erleichterung und Harmonie in mir wahr. Es fällt mir leichter, Risiken einzugehen. Ich konsumiere bewusster und nehme genau wahr, wie sich übersteigerte Werbung und ständige Vermarktung wie eine Krankheit in die Köpfe der Menschen schleichen.

Diese Erkenntnis hat auch meine Selbstständigkeit beeinflusst:

  • Qualität statt Quantität!
  • Rückkehr zu den eigenen Werten und Gefühlen, statt Außenorientierung und Zweckrationalisierung!

Der Wert meiner Arbeit ist viel bewusster in den Fokus gerückt. Ich wollte mit meinen Coachings und Trainings etwas FÜR meine Kunden kreieren, sie unterstützen ihr eigenes Lebensglück als erste Priorität zu sehen und ihnen helfen, sich ihrem Glück zu verpflichten und sich nicht den Normen der Gesellschaft zu unterwerfen. Ich rückte ab von Optimierungsgedanken, hin zur Verbesserung des eigenen persönlichen und beruflichen Erfolges durch Bewusstwerden der eigenen Wünsche und Bedürfnisse.

Andere Sichtweisen und neue Wege in meinem Leben

Nicht nur meine persönliche-, sondern vor allem meine berufliche Situation hat sich durch die Veränderung meiner Einstellung zum Thema Konsum und Besitz wesentlich verbessert. Es ist als hätte sich meine Energie verändert und plötzlich fließen mir die Dinge zu, um die ich mich vorher krampfhaft bemühen musste. Ich bin entspannter, finanziell besser aufgestellt, habe ein besseres Zeitmanagement und eine viel höhere Balance in meinem Leben. Natürlich gibt es auch Schattenseiten, alles andere wäre erlogen, doch es ist ein Unterschied, wenn man Freude und Entspannung beispielsweise durch Meditation oder Sport in sein Leben einlädt. Plötzlich eröffnen sich einem andere, neue Wege, Menschen strecken einem hilfsbereit die Hände entgegen oder man hat auch einfach mal ein wenig Glück.

Eine bewusste Entscheidung

Ich möchte kein Plädoyer für ein konsumfernes Leben halten, denn dies muss gar nicht sein. Ein erfolgreiches Business, Geld verdienen, Investieren und achtsamer Konsum schließen sich meiner Meinung nach nicht gegenseitig aus. Wenn ich bewusst Geld verdiene und dieses investiere, dann bin ich nicht von Ängsten beherrscht, es zu verlieren oder zu wenig davon zu haben. Dadurch steigt automatisch meine Bereitschaft, es auch mit anderen zu teilen oder zu spenden, was wiederum zu mehr Fülle im Herzen führt.

Meine Erfahrung teile ich aus dem Grund, weil sie etwas tiefreichendes bewegt und dadurch vieles positiv verändert hat. Und ich habe die Hoffnung, dass dieser Text vielleicht auch etwas in dir verändert. Eine bewusste Entscheidung ist dein persönliches Recht. Mein Wunsch wäre es, dass du sie dir durch keine Werbemaßnahme nehmen lässt. Denn die wichtigste Investition ist nicht die in ein Konsumgut, welches du dir hübsch zu Hause aufstellen kannst, sondern immer die in dich selbst.

Nachgefragt:

Wie ist deine persönliche Einstellung zu Besitz und Konsum? Hat die Beschäftigung mit diesem Thema auch in deinem Leben eine Veränderung bewirkt oder hast du vielleicht einen völlig anderen Umgang mit diesen Themen für dich gefunden? Teile gerne deine Meinung mit der FemalExperts-Community!

2 Kommentare
  • Manuela
    12. November 2019

    Danke für diesen Beitrag. Ich finde, dass unser individuelles Konsumverhalten sehr stark mit der Art, wie wir uns selbst wahrnehmen zu tun hat. Der Begriff den man heute verwendet dafür ist Achtsamkeit, das erwähnst du ja auch. Ich liebe es zum Beispiel, so konsumfrei wie möglich zu kochen – mit Produkten aus eigener Ernte zum Beispiel. Liebe Grüße!

    • Kinga Bartczak
      12. November 2019

      Liebe Manuela,

      herzlichen Dank für deinen netten Kommentar! Da ich keinen eignen Garten habe, versuche ich hier zumindest saisonal und nachhaltig einzukaufen und einige Kräuter zu ziehen. Jeder Beitrag ist so wertvoll und ich hätte selbst nie gedacht, wie es die eigene Persönlichkeit und vor allem das eigne Business so tiefgreifend verändern kann.

      Wie schön, dass du hier für dich auch einen Weg gefunden hast!

      Liebe Grüße
      Kinga

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