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Nachhaltiges Design trifft auf FashionTech: Ein Wiedersehen mit Sarah Maria Nordt von SANOGE

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Liebe Sarah,

ich freue mich sehr, dass ich nach fast zwei Jahren nochmals die Möglichkeit habe, einen Blick hinter die Kulissen von SANOGE by Snordtmade zu werfen!

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht! Sechs Jahre ist es nun insgesamt her, dass SANOGE (vormals: Snordtmade) gegründet wurde.

Ich würde mich freuen, wenn du ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern würdest, um meinen Leser*innen einen Einblick in die spannende Reise zu geben, die ihr gemeinsam erlebt habt.

1. Was hat sich seit unserem letzten Interview bei euch verändert?

Wie bei einem jungen Unternehmen mit Tatendrang und Begeisterung zu erwarten: So Einiges!

Neben unserem SANOGE Modekonfigurator bieten wir Kundinnen inzwischen auch eine Ready-to-Wear Kollektion an, unsere ESSENTIAL Collection. Während der SANOGE Modekonfigurator den Traum, einmal selbst für das eigene maßgeschneiderte Kleid zur Co-Designerin zu werden, wahr werden lässt; gibt es ausgewählte SANOGE Designs mit der ESSENTIAL Collection auch ganz klassisch in den gewohnten Konfektionsgrößen in unserem Onlinestore.

Darüber hinaus: Das Team wächst und wir durften von der Universität St. Gallen als „HSG Entrepreneurial Talent“ ausgezeichnet werden. Wir freuen uns, wenn unsere Kreationen immer mehr Augen unserer Kundinnen zum Strahlen bringen und sind stolz auf jedes Kleid oder jede Bluse, welche unser Haus verlassen und sich auf ihre neue Trägerin freut!

2. Gibt es Herausforderungen, die dich/euch in der Zwischenzeit getroffen haben?

Neben den allgemeinen Herausforderungen, welche die Covid-19 Pandemie für wohl so ziemlich jeden von uns mit sich brachte, ist für uns als „Agilität-liebendes-Startup“ bzw. für mich als dessen Gründerin vermutlich vor allem eines eine besondere Herausforderung: Die Balance zwischen Innovation und Konservation.

Gerade durch unseren Fokus auf Technologie, auf Funktionalität und dem „Neudenken“ alteingesessener Praktiken in der Modebranche, ist es für uns immer wichtig, auch das Thema „Beständigkeit“ oder präziser ausgedrückt, das bewusste „Festhalten an Bestehendem“ im Blick zu behalten.

Konkret bedeutet dies zum Beispiel: Durch unseren Technologie getriebenen Hintergrund, insbesondere mit unserem digitalen SANOGE Modekonfigurator, machen wir unseren Kundinnen Maßschneiderei orts- und zeitunabhängig zugänglich. Gleichzeitig wissen wir jedoch, wie wichtig „traditionelle“ Elemente, wie eine persönliche Beratung oder das haptische Erleben von Stoffproben sind. Unser Ziel ist also nicht per se die Innovation als „l´art pour l´art“ zu begreifen, sondern die smarte Kombination beider Komponenten. Weil Innovation Bestehendes besser macht – und umgekehrt.

3. Was war bisher der schönste Moment für dich als Female Entrepreneurin und für euch als Team?

Der eine schöne Moment? Das ist sehr schwer zu sagen, denn es gibt einfach unglaublich viele!

Vielleicht war es, auf Zypern unseren ersten Concept Store co-eröffnen zu dürfen und dort unsere Designs hängen zu sehen. Vielleicht auch auf regelmäßiger Basis, in den Raum für unser wöchentliches Marketing Team Meeting zu kommen und dort in die motivierten Augen unserer Teamies zu blicken.

Wer sich für seine Aufgaben begeistert, erlebt damit viele schöne Momente!

SANOGE - Concept Store in Zypern

4. Inwiefern ist eine Kooperation zwischen Hochschulen und Start-Up-Szene bzw. insbesondere weiblichen Entrepreneurinnen wichtig?

Dieses Jahr wartet eine spannende Aufgabe auf euch: Ihr habt eine Kooperation mit der AMD Akademie für Mode und Design, der in Deutschland führenden Modehochschule. Das Ziel ist es, die Studierenden im Rahmen eines „New Faces Awards“ selber ins Rampenlicht zu rücken und ihnen die Werte von Women Empowerment durch Design vermitteln zu können.

Das gemeinsame Projekt mit der AMD und SANOGE haben wir unter der Devise der Nachwuchsförderung ausgestaltet. Was Hochschulen und Startups meiner Ansicht nach als tragendes Fundament verbindet, ist das Streben nach Innovation sowie die Freude an Exploration und Weiterentwicklung. Nicht zuletzt gelten Hochschulen oftmals als Schmieden für innovative Neugründungen.

Was ganz konkret weibliche Entrepreneurinnen betrifft, bin ich der Überzeugung, dass es hier vor allem eines bedarf: Starke, überzeugende Vorbilder. In der Startup-Szene gibt es nicht eine zensierende Autorität, die Frauen oder Studentinnen das Gründen eines eigenen Unternehmens verbietet und dennoch sind Frauen in Gründerteams in der klaren Unterzahl. Meines Erachtens hat dies insbesondere mit einer hohen Risikoaversion und mangelnden Rollenbildern zu tun, obwohl das in diesem Kontext etwas zu weit geht. Was Hochschulen Studentinnen also bieten können, ist vor allem eines: Erfolgreiche Vorbilder, die zur eigenen Gründung motivieren und hierdurch eventuell auch der oben genannten Risikoaversion ein wenig entgegenwirken.

5. Welche Werte sollten hierbei im Hinblick auf die Modeindustrie künftig besondere Aufmerksamkeit erhalten?

Nachhaltigkeit! Und das nicht in Form des aktuell oftmals praktizierten Green Washings, sondern mit aller Aufrichtigkeit. Mit Respekt vor dem Mensch und der Natur – vor der Schöpfung. Mit Übernahme von Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette.

Die Modeindustrie ist nach der Schwerölindustrie der größte Umweltverschmutzer weltweit. Trotz auf dem Papier vorbildlichst klingender Umwelt-Kampagnen vieler großer Modehäuser und Brands, sehen wir hier keinen Trend zur Besserung hin. Wir sollten nicht nur über den Ecological Impact von Flugzeugen und Autofahrten sprechen, sondern auch von jenem unseres Kleiderschranks. Green Washing wird uns hier nicht weiterhelfen.

Nachhaltigkeit, mit aller Aufrichtigkeit und Konsequenz, ist das, worauf es ankommt.

Diesen Ansatz begreifen wir bei SANOGE nicht zuletzt als Herzstück unserer Unternehmensphilosophie und leben diesen auch mit jeder unserer Kreationen.

6. Inwiefern ist das Stichwort „FashionTech“ in diesem Zusammenhang von Bedeutung?

FashionTech kann in vielerlei Hinsicht hierbei von Bedeutung sein. Intern bei SANOGE definieren wir Technologie und Innovation ganz klar mit einer Mission: Als Türöffner für Nachhaltigkeit.

Dies erfolgt zum Beispiel durch eine Ermöglichung von On Demand-Herstellung, das heißt, einer Herstellung, welche radikal an der effektiven Nachfrage orientiert ist. Dieses Prinzip wenden wir auch im Rahmen unseres SANOGE Modekonfigurators um. Dadurch wird eine Überproduktion und ein unnötiger Einsatz kostbarerer Ressourcen verhindert.

Zudem: Made in Germany. Ohne ein gewisses Niveau an Technologisierung in der Schnitterstellung wäre es uns nicht möglich, unseren Produktionsstandort Deutschland aufrecht zu erhalten. Das ist für uns aber wichtig: Und so bauen wir auf FashionTech.

Eine weitere Komponente von FashionTech ist Funktionalität. Innovation muss nicht immer mit Künstlicher Intelligenz oder Digitalisierung zu tun haben. Und gleichzeitig ist ein smartes Maß an Funktionalität ein echter Multiplikator für ein Kleidungsstück: Eine längere Lebensdauer und mehr Freude beim Tragen. Für unsere Blusen beispielsweise verwenden wir einen speziellen, patentierten Baumwollstoff – natürlich ökologisch zertifiziert – der resistent gegen Kaffee- und Weinflecken ist. Ohne auch nur einen Hauch „digital“ zu sein, ist dieser Stoff dennoch hoch innovativ, FashionTech und maximal nachhaltig.

Sanoge-Kleiderauswahl-FashionTech und Design

7. Die besten Entwürfe des Wettbewerbes werden von euch in eurer Essential Collection als „New Faces Collection“ präsentiert und dadurch natürlich auch speziell beworben. Ist die gegenseitige Unterstützung in Form von Workshops, Mentoring oder Kooperationen ein Modell der Zukunft?

Ich denke, hier kommt es ganz darauf an, was man bezwecken möchte. Mentoring ist sicherlich etwas, das für Gründer*innen von großer Bedeutung ist und nicht zuletzt speziell für weibliche Gründerinnen in Zukunft noch einiges an „Ausbaupotential“ hat.

Was Workshops und Kooperationen betrifft, so zitiere ich gerne ein Konzept aus dem St. Galler Management Modell, meiner Alma Mater der HSG: Ein „Lehrstellengerüst für Sinnvolles“. Das heißt: Durchdacht eingesetzt, können Workshops und Kooperationen ein wirkungsvolles Tool sein, sind es aber nicht „per se“. Es kommt darauf an, wofür, wie und mit welchem Ziel man diese Möglichkeiten nutzt.

8. Abschließend würde ich dich gerne noch fragen: Wenn du einer jungen Mode-Entrepreneurin einen wichtigen Tipp mit auf den Weg geben dürftest, welcher wäre das?

Do what you love, love what you do. Und dann wirst Du erfolgreich sein.

Herzlichen Dank für deine Antworten und das Interview!

Ich bin mir sicher, dass die Entrepreneurship-Welt im Ganzen und die Modewelt im Besonderen viele mutige Frauen braucht, die mit unkonventionellen und inspirierenden Ideen vorausgehen und hierdurch für andere zum Role Model werden.


Logo SANOGE Dies war das zweite Interview mit Sarah Maria Nordt von SANOGE. Vielen Dank für das Hineinlesen. Mehr Informationen zu SANOGE findet ihr unter dem folgenden Link.

 

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