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Scheitere dich zum Erfolg – Wie wir Misserfolge gezielt für uns nutzen können

Im Bereich des Scheiterns gibt es eine Reihe von Experten/Expertinnen und jeder von uns gehörte einstmals zu ihnen: Kinder.

Kinder sind ein Paradebeispiel dafür, wie Scheitern richtig funktioniert. Geht etwas schief, sind sie kurzfristig frustriert, schauen sich dann das Problem erneut an und probieren es so lange, bis es ihnen gelingt. Manchmal unter Bezugnahme einer Referenzgröße, wie Eltern, Verwandte oder Spielgefährten, die ihnen einen Tipp geben, deren Verhalten sie adaptieren oder sich unter wachsamen Blick weiterentwickeln.

Die Spielregeln des Erfolgs verändern sich

Mit dem Schulbeginn verändern sich jedoch oftmals die Spielregeln für den eigenen Erfolg und vor allem der Konkurrenzgedanke und die Erwartungshaltungen Dritter rücken immer mehr in den Fokus.

Wer an seine erste schlechte Note denkt und die Reaktion der eigenen Eltern auf diese noch vor Augen hat, realisiert schnell, dass hier der Grundstein für die spätere Resilienz im Leben gelegt wird. Wie gingen meine Eltern mit (scheinbaren) Misserfolgen um? Haben sie einen getadelt, einem gesagt, dass es beim nächsten Mal besser wird oder einen getröstet? Wie ist man selbst damit umgegangen? Hat man versucht, seine Noten zu verstecken? Hat man blockiert? Ist man in den „Leistungsmodus“ gewechselt, um seine Eltern stolz (und vermeintlich glücklich) zu machen?

In meiner Familie wurde das Thema Scheitern behandelt, als gäbe es so etwas nicht. Auf schlechte Noten wurde mit Vorwürfen reagiert, dass man nicht genügend gelernt habe. Selbst wenn es keinen Kommentar gab und ein „ist doch nicht so schlimm“ als Aussage fiel, war die Enttäuschung dem Anderen deutlich anzusehen.

Dies führt dazu, dass sich auch in mir der Glaubenssatz formte: „Wer scheitert, ist nichts wert. Nur wenn du Leistung zeigst, wirst du akzeptiert, gehe also keine Risiken ein und strenge dich stets an.“

Nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch im Zuge meiner aufblühenden Selbstständigkeit als Female Empowerment Coach, war dieser Glaubenssatz ein stetiges Hindernis.

Soll ich den Blogartikel so veröffentlichen? Wird diesen überhaupt jemand lesen? Vielleicht ist er noch nicht perfekt genug und ich könnte mit dem Blog richtig auf die Nase fallen. Dies sind nur einige meiner Gedankengänge aus dem Jahre 2014, als ich mit meinem Business Blog FemalExperts in die unbekannte „Bloggersphäre“ eintrat. Fazit: Ich wurde begleitet von Ängsten, Zweifeln und dem stetigen Gedanken, nicht scheitern zu dürfen. Dabei wurde mir vor allem eines klar: Perfektion ist kein Muss!

Scheitern zum Erfolg-Business-Blog

Scheitern ist DIE Bedingung für den eigenen Erfolg

Nun stehe ich kurz davor, meine neue Homepage live zu schalten, um neben meiner erfolgreichen lokalen Arbeit als Coach, Trainerin und Speakerin auch die digitale Welt zu erobern und meine Dienstleistung auch überregional anbieten zu können. Dabei begegnet mir die Gedankenspirale von vor 5 Jahren erneut.

Erst als ich mir deutlich vor Augen führte, dass Scheitern ein Garant für Erfolg sein kann und sogar muss, begann ich dies für mich zu nutzen. Dass diese Erfolgsstrategie aufgeht, sieht man auch an folgenden Beispielen:

  1. Nach Harrison Fords ersten Film war der Produzent von seiner Leistung so enttäuscht, dass er ihm sagte, dass dieser nie Erfolg haben würde.
  2. Thomas Edisons Lehrer sagten ihm, er sei „geistig zu langsam“, um irgendetwas zu lernen.
  3. Ludwig van Beethoven war so ungeschickt im Umgang mit einer Violine, sodass er immer nur seine eigenen Kompositionen darauf spielte. Seine Lehrer erklärten ihn zu einem hoffnungslosen Fall.
  4. Nachdem seine ersten Werke von allen Verlagen abgelehnt wurden, war Stephen King so enttäuscht, dass er das Manuskript für seinen Roman „Carrie“ in den Müll warf. Seine Frau holte dieses wieder heraus und überredete ihn dazu, es zu vollenden. Der Roman hat sich millionenfach verkauft, wurde mehrfach verfilmt und legte den Grundstein für Kings Karriere.

Ein ähnliches Beispiel ist hier auch von der berühmten Harry Potter Schriftstellerin J.K Rowling bekannt, welcher sogar ein Schreibkurs ans Herz gelegt wurde.

Diese Beispiele zeigen, dass ein Umdenken vonnöten ist und sie werden meiner Ansicht nach in Zeiten, in denen eine perfekte Social Media-Welt propagiert wird, (siehe auch meinen Artikel: I’m not your Instagram Bitch) viel zu selten erzählt.

Dies könnte daran liegen, dass Scheitern immer noch stark schambehaftet ist und einem eine hohe Eigenbeteiligung zugesprochen wird (Schulden, Alkoholkonsum, Arbeitslosigkeit, etc.).

The American Way of Scheitern

Tipps, um sich zum Erfolg zu scheiternDemgegenüber ist das Themengebiet in den USA durch die Start-up-Mentalität aus dem Silicon Valley („You can’t lose, you can only win or learn!“) stark in den Fokus gerückt. So ergab eine  Analyse der Friedrich-Nauman-Stiftung folgendes:

Viele neu gegründete Unternehmen überleben gerade einmal ein Jahr. Scheitern ist die Regel und nicht die Ausnahme. Doch wird Scheitern in den USA nicht als persönliches Versagen, sondern als Lernmöglichkeit interpretiert. Gründern muss die Angst vor dem Scheitern genommen und der Start in eine unternehmerische Zukunft erleichtert werden.

In den USA führt die Offenheit mit Fehlschlägen so weit, dass Failure Partys gefeiert werden.

Die meisten Menschen erkennen durchaus den Vorteil einer gescheiterten Situation und den damit einhergehenden Lerneffekt. Leider nutzen viele diesen Lernerffekt nicht, um vorwärts zu kommen und sich mit der nächsten Idee ein Multimillionen-Business aufzubauen, wenn die erste Idee gescheitert ist. Dies mag kulturell geprägt sein, da der Sicherheitsaspekt in den meisten Lebenslagen der Deutschen (Finanzen, Arbeitsplatz, Eigentum etc.) immer noch Vorrang hat und jedes Risiko lieber zehnfach abgesichert wird. Um international, aber auch regional mitzuhalten, gilt es, dieses Denken zu verändern. Vor allem bei Unternehmensgründungen sind wir Deutschen noch zu ängstlich und lassen uns entmutigen. So lag laut des 2018 herausgegebenen Global Entrepreneurship Monitor (GEM) die Gründungsquote in Deutschland bei lediglich 5,3% und 42% gaben an, dass sie die Angst vor dem Scheitern von einer Unternehmensgründung abhält. Seit 2017 hat sich da nicht sonderlich viel getan:

Gründungsquote und Angst vor dem Scheitern

Es braucht ein Umdenken bei unserer Fehlerkultur

Natürlich ist es nicht gerade simpel, sich von einem Tag auf den anderen eine neue Denkweise anzueignen, aber es wäre sinnvoll die eigenen Bezugspunkte neu zu justieren.

Bin ich eine schlechte Mutter, weil ich eine unbedachte Entscheidung getroffen habe? Bin ich ein(e) schlechte(r) Sportler/in, weil ich ein Match verloren habe? Bin ich eine ungenügende Unternehmerin, weil meine Firma gescheitert ist? Die Antwort ist in den meisten Fällen ein klares NEIN!

You can’t lose, you can only win or learn! Klick um zu Tweeten

Natürlich muss man auch in die entgegengesetzte Richtung denken: Bin ich erfolgreich, weil ich vermögend bin? Wenn ich zufrieden und glücklich bin, entwickle ich mich dann noch weiter? Wie wichtig ist Misserfolg für mich und wie gehe ich mit diesem um?

Wenn nach dem Ende etwas Neues beginnt, gibt es dann überhaupt Misserfolg oder war das Ganze ein Lernprozess, der mir dabei hilft, mich neu auszurichten?

Diese Fragestellungen stehen sich im ersten Augenblick nur scheinbar diametral gegenüber. In Wahrheit ergänzen sie sich und führen einen selbst schrittweise aus dem eigenen, negativen Gedankenkarussell heraus.

Meine Tipps, um sich zum Erfolg zu scheitern

Scheitern zum Erfolg-Einfach startenNachdem ich meine letzten Angebote ausgearbeitet habe, werde ich meine Homepage veröffentlichen, egal ob ich damit direkt erfolgreich bin oder einen längeren Lernprozess einleite.

Um dir zu helfen, die Gedankenspirale zu durchbrechen und dich nicht von deiner Angst vor dem Scheitern lähmen zu lassen, findest du hier meine Tipps und Tricks, um dich erfolgreich zu scheitern:

  1. Akzeptiere den Misserfolg und mache eine aktuelle Ist-Analyse: Wo stehe ich? Welche Gefühle habe ich?
  2. Schreibe die wichtigsten Punkte auf ein leeres Blatt Papier und ziehe mit einem Stift eine Rote Linie darunter (im übertragenen Sine ist dies der gedankliche Schlussstrich)
  3. Justiere deine Bezugspunkte neu: Was ist mir wichtig? Was bedeutet diese Situation für mich? Was ist vielleicht GUT an dieser Situation und welche Möglichkeiten ergeben sich daraus?
  4. Suche dir Verbündete und verbanne „Energievampire“: Wer tut mir gerade gut? Wen kann ich mir als Sparringspartner an meine Seite holen? Wen lade ich im Augenblick nicht mehr in mein Leben ein, da mir seine/ihre Energie nicht gut tut? Wessen Nähe suche ich bewusst?
  5. Mache eine Ressourcen-Analyse und finde heraus, worin du gut bist und was dich stärkt: Was kann ich? Was bereitet mir Freude? Wo muss ich mich noch weiterbilden? Wo kann ich mir diese Unterstützung holen?
  6. Stärke dich durch Symbole oder Rituale: Du wirst jederzeit Scheitern, solange du lebst und das ist gut so. Der Umgang mit einer solchen Ausnahmesituation ist hier entscheidend: Was tue ich, wenn ich spüre, dass ich etwas nicht schaffe? Welches Symbol oder Ritual könnte mich stärken?

Der letzte Punkt ist sehr individuell. Manche meditieren oder machen Yoga, andere tragen ein kleines Symbol bei sich und nehmen es in die Hand, wenn sie in Situationen geraten, vor denen sie Angst haben oder sich davor fürchten zu scheitern. Ist man eher ein „Digital Head“, so ist es vielleicht besser in eine Art „Notfall-Modus“ zu schalten und einen strategischen Plan einzuleiten, der einen gestärkt aus der Situation hinausmanövriert oder man kreiert sich tief in seinem Inneren einen sicheren Ort, an welchen man sich bewusst zurückziehen kann, um voller Energie zurückzukehren und durchzustarten.

Ganz egal was du tust, starte einfach!

Das Handeln ist die wichtigste Komponente, um sich erfolgreich nach oben zu scheitern. Hätte auch nur eine der oben genannten Personen in diesem Beitrag jemals damit aufgehört, wären uns viele bahnbrechende literarische, musikalische, technische und wissenschaftliche Werke entgangen.

Nachgefragt:

Welche Tipps und Tricks haben dir geholfen, aus schwierigen Situationen gestärkt hervorzugehen? Was bedeutet Scheitern für dich und warum ist es deiner Meinung nach schwierig oder auch einfach damit umzugehen?  Ich freue mich, wenn du deine wertvollen Erfahrungen mit der FemalExperts-Community teilen möchtest, denn nur wenn wir darüber sprechen, können wir unser Mindset gemeinsam verändern.

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