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Charismakompetenz für Frauen

Ein Gastbeitrag von Jennifer Withelm, Autorin der Buch-Neuerscheinung zum Thema „Charismakompetenz“ und Sprecherin beim Feminess Business Kongress.

Diven wie Marilyn Monroe, Audrey Hepburn oder Grace Kelly beflügeln die Fantasie der Menschen. Hartnäckig hält sich der Mythos, dass Charisma ein Gottesgeschenk sei. Dem Wortursprung nach stimmt das auch. Zweifler sagen: „Man hat es oder man hat es nicht“ –  aber nur die wenigsten Forscher teilen diese Meinung auch noch im 21. Jahrhundert. Charisma ist stattdessen das Ergebnis von Selbstreflektion und eines langwierigen Prozesses. Persönlichkeiten werden zur richtigen Zeit am richtigen Ort am Höhepunkt ihrer Ausstrahlung charismatisch. Sie waren nicht schon als Säugling so faszinierend wie in diesem Moment und meistens können sie ihre charismatische Wirkung auch nicht bis zum Lebensende durchhalten. „Gut“ haben es da die früh verstorbenen Stars wie Janis Joplin oder Lady Diana, so grausam das auch klingen mag. Ihr Mythos lässt sie zumindest in den Herzen der Fans weiterleben.

Mythenbildung

Der Mythos macht Künstler faszinierend, vor allem wenn sie auch noch unter tragischen Umständen jung gestorben sind. Das ist aber etwas völlig anderes als das Charisma von vorgesetzten Führungskräften. Ein manisch-depressiver Frauenheld wie James Dean hätte sich als CEO nicht etabliert, genauso wenig die stets betrunkene Amy Winehouse.

Journalisten und Wissenschaftler streiten sich bis heute über die Antwort auf die Frage: Was ist der Kern von Charisma? Ist es Körpersprache oder rhetorische Begabung? Attraktivität? Jeder von ihnen hat Recht. Charisma ist nicht nur mit einer einzigen Charaktereigenschaft gleichzusetzen, es ist die Summe aus mehreren Persönlichkeitsbereichen. Alle diese fünf Säulen können trainiert werden und wer das dann auch noch im ausgewogenen Verhältnis schafft hat gute Chancen langfristig eine magische Aura aufzubauen.

Charismakompetenz

Charisma kann gelernt werden. Es handelt sich dabei weniger um ein Gottesgeschenk als vielmehr um eine Fähigkeit, die sich Menschen aneignen können – wie eine Sprache, ein Instrument oder eine Sportart. Das dem Menschen bewusste Charisma ist damit analog zu sprachlicher, kreativer oder sozialer Kompetenz eine „Charismakompetenz“. Manche Menschen haben gottgegebenes Charisma. Durch vorbildliche Erziehung, das richtige Umfeld und individuelle Neigungen kann es sein, dass Naturtalente eine umwerfende Ausstrahlung haben ohne sich jemals einen Gedanken über die eigene Wirkung gemacht zu haben. Aber nur wenige lernen Charisma ganz intuitiv, so wie die eigene Muttersprache. Die meisten müssen für eine charismatische Ausstrahlung kontinuierlich an sich arbeiten, so als würden sie eine komplexe Fremdsprache lernen.

Fünf Persönlichkeitsbereiche treten immer wieder in der einschlägigen Literatur in Erscheinung, allerdings ohne in direktem Bezug zueinander zu stehen. Für die einen Autoren sind Integrität und Emotionalität die Schlüssel zum Vertrauensaufbau und damit auch der Schlüssel zur Entwicklung von Charisma. Andere bewerten Extraversion, Empathie und Gewissenhaftigkeit als wichtiger. Dabei spielt doch alles zusammen: Sobald nur einer dieser fünf Persönlichkeitsbereiche von einer charismatischen Person verletzt wird, wackelt das vermeintliche Gottesgeschenk auf seinem Fundament. Charismatisch können Menschen auch sein, wenn sie nur drei oder vier Säulen „trainiert“ haben – bricht dann aber eine weitere Stütze ein fällt das mühsam erarbeitete Konstrukt zusammen. Lichtgestalten wie Franz Beckenbauer wissen das. Konkret geht es um: Integrität, bewusste Emotionalität, Extraversion, Empathie und Gewissenhaftigkeit.

Integrität

Menschen bilden sich ein Urteil und wollen dieses Urteil bestätigen. Es ist einfacher, nach Beweisen zu suchen, die ein einmal gefälltes Urteil belegen, anstatt sich eingestehen zu müssen, eine Falschentscheidung getroffen zu haben. Wenn der erste hinterlassene Eindruck „geglückt“ ist, gibt es also Vorschusslorbeeren. Für eine dauerhaft charismatische Ausstrahlung muss aber der erste Eindruck auch aufrechterhalten werden. Das Zauberwort ist Integrität. Die Übereinstimmung von Selbstbild und Fremdbild. Die Übereinstimmung von den eigenen Idealen mit der realen Lebenspraxis. Jeder kann sich ein paar Minuten zusammenreißen und sich von seiner Schokoladenseite präsentieren – aber wer den Ruf schon bei nächster Gelegenheit wieder ruiniert, wird nicht langfristig charismatisch wirken. Es ist anstrengend, konsequent kongruent in Denken, Fühlen und Handeln zu sein – deswegen gibt es auch so wenige Charismatiker. Heuchler fliegen auf.

Emotionalität

Effizienz in der Kommunikation bedeutet für eine charismatische Person je nach Situation und Adressat aufgaben- oder beziehungsorientiert zu sein. Er oder sie beherrscht beide Kommunikationsformen der Toolbox und wechselt mühelos zwischen den Orientierungen um an sein Ziel zu kommen. Es ist als würde die Person nicht nur die Muttersprache beherrschen – bei Frauen ist das häufiger eine impulsive und emotionale Form der Kommunikation. Durch Training an sich selbst ist die Frau schließlich auch imstande eine Fremdsprache zu sprechen – in diesem Beispiel wäre das nicht Englisch, sondern eine sachliche und emotionslose Argumentationslogik. Das Beherrschen mehrerer Sprachen macht niemanden weniger authentisch.

Aber nicht nur das gesprochene Wort zählt für die Vermittlung von Emotionalität. Die nonverbale Sprache wirkt direkter auf Menschen als das gesprochene Wort. Das hat der Mensch der Evolution zu verdanken. Sprache entstand vermutlich vor rund 100.000 Jahren in Ostasien und verbreitete sich dann langsam weiter. Davor kommunizierte der Mensch nur mit seinem Körper. Eine Diskrepanz zwischen Gesamtwirkung und feinen Nuancen in der Körpersprache wird unterbewusst vom Gegenüber registriert. Kongruenz in Denken, Fühlen und Handeln zählt also auch bei der nonverbalen Kommunikation.

Extraversion

Persönlichkeitseigenschaften wie Extraversion wirken sich förderlich und unterstützend auf eine charismatische Ausstrahlung aus. Das heißt nicht, dass introvertierte Menschen kein Charisma entfalten können, sie können allerdings etwas von den „lauteren“ Extrovertierten lernen. Extrovertierte Menschen lieben Branding. Ihr Auftreten, ihr Outfit, ihr Styling, schreien „Schaut mal her, hier bin ich!“ Sie machen eine Marke aus sich, weil sie auffallen wollen. Sie wollen gesehen werden und in den Kontakt gehen. Introvertierte Menschen naturgemäß weniger. Die Kultivierung liebenswerter Ecken und Kanten oder Faibles unterstreicht den Wiedererkennungswert und die Kontinuität von Persönlichkeitseigenschaften.

Kleidung zum Beispiel kann nonverbal sprechen. In einer Studie wurde festgestellt, dass Passanten einem Fußgänger im teuren Anzug bzw. edlen Kostüm eher bei Rot über die Ampel folgen als einer Person im Freizeitlook. Schon John F. Kennedy stellte fest: „Es ist nicht so, dass ich besser aussehen will, aber ich fühle mich dann besser.“ Symbole und Rituale sind wichtig für jeden Charismatiker – egal, ob er oder sie eher ein ruhiges oder stürmisches Wasser ist. Auch Faktoren wie Körpersprache, Stimmlage, Tonfall, Sprechgeschwindigkeit und Mimik bestimmen neben dem eigentlich gesprochenen Inhalt den eigenen Charismaquotienten.

Empathie

Der vierte wesentliche Baustein von Charismakompetenz ist menschliche Wärme. Mitgefühl und Wärme transportieren charismatische Menschen durch eine offene und freundliche Köpersprache, nicht zwingend durch die Inhalte, die sie sagen. Dabei ist die Gratwanderung zwischen Empathie und Distanz vor allem für viele Führungskräfte eine Herausforderung: Die charismatische Führungskraft zeigt Mitgefühl ohne zu nahbar zu werden. Sie bewahrt immer eine magische Distanz und begibt sich nicht auf das Niveau ihrer Gefolgschaft. Gerade Queen Elizabeth II. ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie schwierig der angemessene Mittelweg zwischen Nähe und Distanz sein kann. Sie arbeitet selbst nach dem diamantenen Thronjubiläum noch an der richtigen Mischung.

Führungskräfte strahlen Wärme aus, indem sie ihren Mitarbeitern und Kunden das Gefühl geben, voll und ganz bei ihnen zu sein. Empathie zeigen sie beim Sprechen während sie beim Zuhören ungeteilte Aufmerksamkeit demonstrieren. Die Bereitschaft zum Zuhören alleine macht nicht charismatisch. Ausschlaggebend ist die Präsenz, mit der ein Gesprächspartner Wertschätzung erfährt. Aktive Zuhörer unterbrechen ihre Gesprächspartner nicht, sie hören aufrichtig zu, schweifen mit ihren Gedanken nicht ab und vermitteln das wohlige Gefühl, den Standpunkt des anderen zu verstehen, mit allen verbalen und nonverbalen Möglichkeiten. Das heißt noch nicht, dass sie auch der gleichen Meinung sein müssen.

Gewissenhaftigkeit

„Yes, we can“ – Barack Obamas berühmter Wahlkampfslogan suggerierte 2008: „Mit Obama als Anführer schaffen wir das.“ Integrität, Emotionalität, Extraversion, Empathie – das alles ist schön und gut, aber wenn Erfolge ausbleiben, wird eine charismatische Führungskraft nicht lange Leader bleiben. Auch an Obama wurden große Erwartungen gestellt und am Ende seiner Präsidentschaft wird ihm von vielen die Charismakompetenz in Abrede gestellt. Gewissenhaftigkeit ist aber nicht nur für Leader von Bedeutung. Angenommen Sie sind in einer Partnerschaft und schwärmen laufend von Zielen und Visionen, setzen aber das Gesagte niemals erfolgreich um – jeder Partner wird davon mindestens genervt oder sogar schwer enttäuscht sein.

Buch CharismakompetenzCharismakompetenz anzueignen ist gar nicht so schwer – schwierig ist allerdings das bewusste Bemerken der eigenen Schwächen und die Antwort auf die Frage: Will ich so tatsächlich sein? Wenn Sie an sich und ihren Macken arbeiten wollen, ist der halbe Weg schon geschafft.

Haben Sie Interesse an einem Rezensionsexemplar des Buches? Bitte kontaktieren Sie uns: kontakt@keynote-speakerin.de

Weitere Informationen zum Feminess Business Kongress finden Sie unter: www.feminess-kongress.de

2 Kommentare

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