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Zurück in den Job – Wie Sie den beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit erfolgreich meistern

Ein Gastbeitrag von Kristina Kaba

Längst ist das Thema Familie nicht mehr nur ein reines Frauenthema. Und doch: oft sind es die Frauen, die nach der Geburt des Kindes erstmal beruflich zurückstecken und sich um den Nachwuchs kümmern. Ist dann ein Betreuungsplatz gefunden, geht es für viele schnell wieder zurück in den Job. Doch der berufliche Wiedereinstieg ist häufig mit Herausforderungen verbunden. Warum die Elternzeit genau der richtige Zeitpunkt ist, um sich über die berufliche Zukunft Gedanken zu machen und mit welchen Hürden sich Frauen zurück im Unternehmen konfrontiert sehen, beantworten Ulrike Dobelstein-Lüthe, Leitung Weiterbildung an der Hamburg Media School (HMS), und Anna van Koetsveld, Leiterin der BRIGITTE Academy.

Die Geburt und die ersten gemeinsamen Monate mit dem eigenen Kind sind schön, aufregend und herausfordernd zugleich. Der Gedanke an den Job und den beruflichen Wiedereinstieg rücken da vorerst in weite Ferne. Aber nur für kurze Zeit! Denn gerade diese neue, besondere Zeit bietet eine gute Möglichkeit, um sich mit der eigenen Karriere kritisch auseinanderzusetzen. „Die Elternzeit ist perfekt, um sich Gedanken über die berufliche Zukunft zu machen“, sagt Ulrike, die sich in der HMS und darüber hinaus für Diversity und Frauen allgemein stark macht. Die Erklärung folgt prompt: „Elternzeit ist nicht nur eine berufliche, sondern vor allem auch eine private Zäsur. Es verändert sich alles im Leben. Ab da an trägt man nicht mehr nur für sich selbst Verantwortung und muss sich genau überlegen, welche Ziele man verfolgt und wie viel Kraft und Arbeit man in sie steckt. Eine gute Zeit sich zu überlegen, wie der weitere berufliche Weg aussehen soll.“

Frauen wollen sich nicht zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen

Die BRIGITTE-Studie „Mein Leben, mein Job, und ich“ zeigt deutlich: Karriere zu machen ist Frauen heute genauso wichtig wie Männern und Gleichberechtigung ist gewollt wie nie. Was wie selbstverständlich klingt, fällt vielen Frauen dennoch schwer: den beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit so zu gestalten, dass sie Familie und Beruf gut vereinbaren können. „Oft sind es Selbstzweifel, die dazu führen, dass sich Frauen mit dem Wiedereinstieg schwertun. Sie fragen sich: Was kann ich nach meiner beruflichen Pause noch? Tappe ich in die Teilzeitfalle? Wie oft werde ich ausfallen? Trauen mir die Kollegen noch alles zu“, erklärt Ulrike. „Hinzukommt, dass sich die Arbeitswelt durch die Digitalisierung schneller dreht und man sich immer wieder fortbilden muss. Das kommt in der Elternzeit oft zu kurz und schnell schleicht sich das Gefühl ein, abgehängt zu sein.“ Um Frauen dabei zu unterstützen, den beruflichen Wiedereinstieg für sich erfolgreich zu gestalten, haben die HMS und die BRIGITTE-Academy das „New Work – New Choices“-Seminar ins Leben gerufen. „In dem Seminar vermitteln wir den Teilnehmer*innen das notwendige Know-how für die Bereiche New Work, Stärkenmanagement und Verhandlungsführung“, so Ulrike. „Aber auch das Wissen über rechtliche Möglichkeiten und den Einsatz von moderner Technik. Außerdem den Mut sich beruflich neu aufzustellen und sich klar zu werden, was man für den Arbeitsmarkt wert ist.“

Wie Sie den beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit erfolgreich meistern

DEU, Deutschland, Hamburg, Hamburg Media School, Digital Journalism Fellowship, Podiumasiskussion Hapag-Lloyd, 10.01.2019 © (c) Tim Hoppe / GARP

Die Unternehmen stehen in der Pflicht, mehr zu tun

Doch wenn der eigene Arbeitgeber nicht mitspielt, können Frauen noch so viel planen, einfordern und sich während der Elternzeit fortbilden. „Noch immer gibt es viele Firmen, die dem Thema Wiedereinstieg nicht genügend Aufmerksamkeit schenken – dabei ist es wichtig, Frauen und Männer vorbereitet in das Unternehmen zu integrieren und abzuholen“, sagt Anna. „Besonders das Thema Flexibilität spielt beim Wiedereinstieg eine wesentliche Rolle: ob Teilzeitarbeit, Homeoffice oder den Wiedereinstieg mit reduzierter Stundenzahl in der Elternzeit – all das sind Möglichkeiten, das Zurückkommen passender zu machen. Unterm Strich aber geht es darum, dass Unternehmen und Wiederkehrer in den Austausch gehen und miteinander kommunizieren.“

Digitalisierung als Chance für mehr Flexibilität im Job

Die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Längst sind die technischen Voraussetzungen in den meisten Unternehmen vorhanden, um mehr Flexibilität im Job zu ermöglichen. Ein enormer Vorteil, um beim beruflichen Wiedereinstieg Job und Familie gut miteinander zu vereinbaren. „Die Digitalisierung erlaubt mehr Flexibilität und somit auch neue Arbeitszeitmodelle, wie Homeoffice-Varianten und andere Meeting-Kulturen“, so Anna. Doch sie warnt auch vor der damit einhergehenden ständigen Erreichbarkeit, die zu gesundheitlichen Belastung führen kann und sieht auch bei aller digitalen Arbeitsweise, den analogen Austausch für unabkömmlich.

Wer nicht fordert bleibt auf der Strecke – zumindest in den meisten Fällen. Doch was können Frauen tun, um sich schon während der Elternzeit gut auf den beruflichen Wiedereinstieg vorzubereiten? „Halten Sie Kontakt mit Ihrem Team und Kollegen“, rät Ulrike. „Ich freue mich immer sehr, wenn Kollegen in ihrer Elternzeit vorbeikommen und wir uns austauschen können. Wenn es irgendwie geht, sollte man auch an Netzwerkveranstaltungen der Branche teilnehmen oder mal zu Firmenfeiern gehen.“


Anna van Koetsveld

Anna van Koetsveld leitet die BRIGITTE Academy, eine Weiterbildungsplattform, die sich zum Ziel setzt, Frauen zu ermutigen und zu unterstützen. Sie startete ihre Karriere zunächst als Projektassistenz beim Henri Nannen Preis, gefolgt von der Position als Projektleitung der gesellschaftspolitischen Aktionen und Projekte beim STERN. Es folgte die Position als Publishing Manager in der Verlagsgruppe FOOD, bevor sie anschließend in die Verlagsgruppe WOMEN wechselte, in der sie nicht nur die Markenführung der BRIGITTE-Titel verantwortete, sondern auch neue Magazine, wie zum Beispiel BARBARA, launchte. Seit August 2017 leitet sie die BRIGITTE Academy, wo sie Frauen u.a. Networking-Möglichkeiten schafft, zum Beispiel in Form des großen BRIGITTE Job-Symposiums.


Ulrike Dobelstein-LütheUlrike Dobelstein-Lüthe leitet den Bereich Weiterbildung an der Hamburg Media School. Hier verantwortet sie die Erstellung und Weiterentwicklung von neuen Seminaren und Unternehmensprogrammen, deren Markteinführung und die Betreuung der Teilnehmer. Davor war sie 12 Jahre Standort- und Studienleiterin einer Bachelorbildungseinrichtung in Hamburg. Sie hat viele Jahre in der Medienbranche gearbeitet, bevor sie sich den Herausforderungen einer Hochschulbildungseinrichtung stellte.


Kristina Kaba-Gastbeitrag WiedereinstiegAutorin: Kristina Kaba

Kristina Kaba ist Freie Texterin für Content Marketing & PR. Als freie Texterin arbeitet sie hauptsächlich für Unternehmen und im Auftrag von Agenturen.


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