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Decision Making – 5 Tipps für zielgerichtete und erfolgreiche Entscheidungen

Als Angestellte war mein Leben rückblickend recht einfach. Natürlich hatte ich täglich mit Herausforderungen zu kämpfen, habe „Brandherde“ gelöscht oder aufgebrachte Kunden/Kundinnen beruhigt. Letztlich wusste ich jedoch: Schwierige Entscheidungen trägt nach Rücksprache immer mein Vorgesetzter mit und die Konsequenzen waren stets überschaubar und kalkulierbar.

Das alles änderte sich, als ich den Sprung in die Selbstständigkeit wagte.

Kein Sicherheitsnetz, keine zweite Chance, keine geteilte Verantwortung.

Jede Entscheidung hatte plötzlich (teilweise unvorhergesehene) Konsequenzen. Gute – schlechte – schmerzhafte – unwiderrufbare.

Als ich mein Unternehmen gegründet habe, war ich zunächst aufgrund der vielfältigen (rechtlichen und organisatorischen) Aufgaben komplett überfordert.

In dieser Zeit habe ich eine meiner wichtigsten Lektionen gelernt:

Gute und zielgerichtete Entscheidungen zu treffen ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die eine Unternehmerin sowie Fach- und Führungskraft mitbringen muss (Was noch erfolgreiche von erfolglosen Unternehmerinnen unterscheidet, habe ich hier aufgeführt).

Es geht nicht nur darum, sich alle notwendigen Informationen zu beschaffen und abzuwägen. Man muss in Handlung kommen und zwar schnell, durchdacht und konsequent.

Hierbei helfen vor allem folgende Fragen:

  • Was ist bei dieser Entscheidung für mich von Bedeutung?
  • Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung auf andere?
  • Will ich diese Entscheidung jetzt treffen und kann ich auch dahinterstehen?
  • Inwiefern wirkt sich meine Entscheidung auf weitere Prozesse in meinem beruflichen (unternehmerischen) oder privaten Umfeld aus (Zeit, Geld, Strukturen, Machtgefüge etc.)?
  • Welche Vorteile bringt es mit sich, wenn ich diese Entscheidung getroffen habe?

Wenn Sie sich diese Fragen gestellt haben, geht es im Folgenden darum, einen guten Entscheidungsfindungsprozess zu etablieren.

Ich habe Ihnen meine fünf Tipps aufgeschrieben, wie Sie es schaffen können, zielgerichtete, strukturierte und erfolgreiche Entscheidungen zu treffen.

1. Finden Sie heraus, was Ihr „Code Red“ ist.

Wir behandeln viele Punkte auf unserer To-Do-Liste oftmals mit gleicher Intensität und räumen ihnen eine entsprechend ähnlich hohe Priorität ein. Dadurch sind wir schnell überfordert, denn wir sind bemüht, die Balance innerhalb unserer To-Do-Liste zu bewahren und jede Aufgabe als wichtig zu erachten.

Mein Tipp: Etablieren Sie eine „Ampel“ und priorisieren Sie Ihre Aufgaben nach Dringlichkeit.

  • „Code Red“ bedeutet, dass es „brennt“. Wenn diese Aufgabe nicht erledigt wird, bedroht das unmittelbar meine Existenz. Ich muss mich umgehend (!) darum kümmern. Hierrunter fallen oftmals Finanzen (Rechnungen, Buchhaltung, Steuern etc.), rechtliche Themen oder unmittelbare Abgabetermine.
  • „Code Yellow“ bedeutet: es ist ziemlich heikel, aber es kann in einem gewissen Zeitrahmen erledigt werden, welcher jedoch unbedingt eingehalten werden sollte. Hierrunter fallen beispielsweise die private Steuererklärung, projektbezogene Konzeptionen oder Abgabetermine mit einer gewissen Vorlaufzeit.
  • „Code Green“ heißt: es steht zwar auf meiner To-Do-Liste, ist jedoch, wenn es zunächst unerledigt bleibt, nicht existenzbedrohend und kann erst in naher Zukunft erledigt werden. Hierbei handelt es sich um viele konzeptionelle Dinge: Evaluation, Content-Erstellung (Blog/Podcast etc.), Social Media oder Vertriebsaufgaben.

Jeder hat hier andere Kategorien. So kann ein Podcast z.B. zum Code Red werden, wenn dieser beispielsweise essenziell für die Erhaltung der eigenen (finanziellen) Existenz ist. Grundlegend geht es darum, Aufgaben zu kategorisieren und zu priorisieren.

Als Coaching-Tool kann ich auch das Eisenhower-Prinzip empfehlen, welches Ihnen bei der Priorisierung unterstützen kann.

2. Reduzieren Sie Ihre täglichen Entscheidungen

Mein Zeitmanagement für bessere Entscheidungen

Nutzen Sie ein digitales oder analoges Zeitmanagement-Tool, um alle Ihre Entscheidungen (weitestgehend) vorzuplanen. Natürlich kann immer etwas unerwartetes hinzukommen, doch niemand möchte nach einem anstrengenden Tag abends um 18:00 Uhr noch darüber nachdenken, was er für sich und die Familie kochen möchte, während diese bereits fordernd und um Aufmerksamkeit buhlend um einen herumscharwenzelt. Pausen sowie private Aufgaben (Kochen, Einkaufen, Sport) gehören hierbei im Übrigen genauso in Ihren Zeitplan, wie reine Business-Aufgaben. Lassen wir erstere nämlich nur „nebenher“ laufen, stellen wir relativ schnell fest, dass unser Privatleben aus der Balance gerät, weil wir unserem Businesszeitplan hinterherlaufen.

3. Treffen Sie datenbasierte Entscheidungen

Viele Unternehmen verfügen über eine Vielzahl an Daten. Die Rede ist dann oft von „Big Data“. Gehen Sie allerdings noch einen Schritt weiter und nutzen Sie „Smart Data“. Beginnen Sie damit vergangene Entscheidungen und dessen Konsequenzen an Kennzahlen (KPIs) zu knüpfen und diese auch gezielt auszuwerten. Daten sammeln kann jeder, diese jedoch zugänglich zu machen und für unternehmerische Entscheidungen zu nutzen, ist die Kür. Sollten Sie demnächst also an einer wichtigen kaufmännischen Weggabelung stehen, nehmen Sie vergangene Geschäftsberichte oder Bilanzen zur Hand. Bei Marketing-Entscheidungen verhält es sich ebenso. Ein Blick in abgeschlossene Werbekampagnen, Trafficauswertungen oder Nutzerflussanalysen genügt und Sie wissen genau, was als Nächstes zu tun ist.

4. Automatisieren Sie Ihren Plan

Niemand hat Zeit, sich täglich spontan Gedanken über neue Produkte und Angebote zu machen, zusätzlich neuen Content zu schaffen und die Follower/-innen oder Fans auf den Social Media-Kanälen zu unterhalten. Nutzen Sie neben einer guten Planung Automatisierungs-Software (z.B. Hootsuite oder Buffer) und geben Sie dauerhafte Aufgaben (bspw. Steuern oder Marketing etc.) auch in externe Hände, sofern diese Ihnen keine Freude bereiten und Sie zeitlich nur belasten. Niemand muss alles alleine schaffen. Wenn es Aufgaben gibt, die andere Personen besser bewältigen und die Ihnen nur unverhältnismäßig viel Zeit rauben, dann geben Sie diese an Experten und Expertinnen ab.

Denken Sie daran: Als Erfolgsfrau denken Sie nicht nur in der Währung „Geld“, sondern auch in den Währungen „Zeit und Wert“.

5. Überwinden Sie Ihre Angst, indem Sie Ihren Verstand überlisten

Ich verrate Ihnen ein offenes Geheimnis: Jeder Mensch hat Angst, es ist nur so, dass die meisten nicht darüber sprechen. Angst ist grundsätzlich nichts Schlimmes, möchte diese uns doch lediglich vor Fehlentscheidungen bewahren. Gleichermaßen ist sie jedoch eine furchtbar schlechte Beraterin. Sie lähmt, schürt Zweifel und verführt uns dazu, defensiv zu handeln und voreilig zu entscheiden.

Haben Sie Ihre Angst (vor Neuem, Unbekannten, scheinbar Gefährlichem) wiederum im Griff, so behalten Sie die Souveränität über Ihre Entscheidungsgewalt.

Mein Tipp: Wenn Sie in eine neue Situation kommen, welche Sie auf brutalste Art und Weise aus Ihrer Komfortzone hinauszuwerfen scheint, bewahren Sie Ruhe. Das erste Gefühl ist nicht das entscheidende. Wichtig ist die Handlung, die im nächsten Moment geschieht. Sollte Sie also Angst oder gar Panik in einer Situation ergreifen, fokussieren Sie sich auf einen bestimmten Punkt oder eine spezielle Person in Ihrer Umgebung. Sie werden feststellen, dass wenn Sie beispielsweise die Anordnung der Bodenfliesen intensiv studieren oder die Scheinwerfer an der Decke zählen, ihr Verstand gleichzeitig nicht dazu in der Lage ist, Ihren inneren Angstmonolog zu verschärfen.

Es gibt unzählige weitere Strategien, die man für den persönlichen, beruflichen oder unternehmerischen Entscheidungsfindungsprozess nutzen kann. Was am Ende zählt, ist jedoch, dass Sie überhaupt eine Entscheidung treffen und diese sich für Sie gut anfühlt.

Ich gehe hier noch einen Schritt weiter und behaupte: Jede Entscheidung bedeutet am Ende entweder Erfolg und/oder einen Lernprozess.

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