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Naked Business – Ausziehen für den beruflichen Erfolg

Jeden Tag begehen wir Frauen ein und denselben Fehler: Wir öffnen die Timeline unserer sozialen Medien. Sei es Instagram oder Facebook, die sozialen Netzwerke strotzen vor Superfrauen mit Astralkörpern, perfektem Victorias Secret-Haar und teuren Designertaschen. Meist liegen sie am Strand, sind zu Hause (aka Fitnessstudio) oder präsentieren sich in der erfolgsversprechensten Pose, die man als Starlet und Influencer einnehmen kann: Leicht bekleidet, mit einer unnatürlichen Körperhaltung und verführerischem Schmollmund.

Influencerinnen und unser Verhalten

Was das in uns bewirkt? Nun, es bilden sich verschiedene Reaktionsfronten:

  1. Ich verurteile das Verhalten, ahme es jedoch heimlich nach, denn ich möchte auch einen Teil des Erfolgs für mich verbuchen. Ich gebe jedoch keinesfalls zu, dass ich mir hier einzelne Komponenten abschaue, denn ich will ja authentisch rüberkommen.
  2. Ich verurteile dieses Verhalten und lasse es die ganze Welt wissen, auch wenn ich einzelne Personen hierfür diskreditieren und ihr ganzes Leben als oberflächlich bezeichnen muss.
  3. Ich betrachte das Verhalten als Bedrohung für die gesamte Gesellschaft und starte einen Aufruf, sodass auch alle anderen, sich in meiner „filter bubble“ (Filterblase) befindenden „Freunde“ es mir gleichtun.
  4. Ich ahme das Verhalten nach und gebe dies auch zu, um meinen eigenen Erfolg zu steigern. Ich behaupte dabei allerdings authentischer und nicht so „fake“ und „billig“ zu sein.
  5. Ich starte eine Gegenbewegung, in der ich ständig klarstelle, dass Frauen mit jeglichen Körperformen-und Charakterzügen schön sind und sich selbst akzeptieren sollen. Hierzu erwähne ich öfter das Wort Achtsamkeit oder Selbstliebe, um eine entsprechende Reichweite zu erzielen und auf meinen alternativen und viel besseren Weg hinzuweisen.
  6. Ich lasse mich von diesem Verhalten verunsichern und stelle mich und mein ganzes Leben in Frage.
  7. Ich gönne anderen ihren Erfolg, auch wenn ich die Methode manchmal zweifelhaft finde und arbeite an meiner eigenen Persönlichkeit.
  8. Ich folge diesen Social Influencerinnen blind und ahme deren Verhaltensweisen sowie Handlungen nach.
  9. Ich schreibe einen Blogartikel darüber, dass ich die zunehmende „Nacktheit“ in sozialen Medien zwar nicht befürworte, dass diese jedoch ein rentables Geschäft ist und ich akzeptieren kann, dass man mit Busen und Hintern mehr Geld verdient, als mit Essensfotos.

Vielleicht findet sich die ein oder andere von Ihnen bei den oben genannten Personengruppen wieder, ich für meinen Teil möchte einfach nur sagen: Es reicht!

Was eigentlich nervt

Naked Business-Likes

Mehr als freizügige Bilder, falsche Körperideale oder die heile Scheinwelt, die uns in sozialen Medien vorgespielt wird, nervt mich die Beurteilung anderer. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass wir uns als Menschen keinesfalls zurückhalten können, wenn es um die Kundgebung unserer eigenen Meinung geht, aber muss das wirklich jeden Tag und unter jedem Foto sein? Lasst sie doch schlank und sportlich sein und ein paar Euro im Monat mit Werbedeals verdienen. Die Frauen können schließlich nichts dafür, dass andere einen Job, Haushalt, Mann, Kinder etc. haben und für Sport, Reisen und teure Designertaschen möglicherweise weder Zeit noch Geld haben.

Was hinter dem Naked Business steckt

Letztlich muss man sich eine Sache eingestehen: Die durchtrainierten und (oftmals) freizügigen Damen von Instagram und Co. sind (nach gesellschaftlichem Bild, sei es richtig oder nicht) hübsch, schlank, erfolgreich und vermögend, so what?

Kann man den eigenen Selbstwert denn nur dann steigern, wenn man andere dadurch herabsetzt? Spätestens beim Einblick in die Youtube-Welt erfährt man, dass ein 10-12 Stunden Drehtag für ein paar hunderttausend Zuschauer kein Vermögen einbringt, wenn alle Fixkosten, Equipment und das Management bezahlt wurden.  Auch das Fitness- und Modebusiness hat so seine Tücken: Während wir uns über mehr Wertschätzung seitens unserer Vorgesetzten eschauffieren, müssen sich diese Frauen und Männer jeden Tag Beschimpfungen, Anfeindungen und Drohungen aussetzen. Sie bezahlen viele ihrer Fixkosten selbst und müssen stundenlang von Job zu Job hetzen oder katzbuckeln, um einen guten Werbedeal an Land zu ziehen oder sich beim gefühlt hundertsten Fotoschooting  als zu moppelig (Körper), zu unsymmetrisch (Gesicht) oder zu unflexibel (mehr Hüllen fallen lassen) bezeichnen zu lassen.

Authentizität, Transparenz und mehr Offenheit für Vielfalt

Ich würde mir mehr Authentizität, mehr Transparenz und mehr Offenheit für Vielfalt wünschen. Solange sich unser Gesellschaftsbild jedoch nur in ein Schwarz-Weiß-Modell gliedert, wird sich nichts daran ändern, dass das lukrativste Geschäft immer noch nach dem Motto „sex sells“ funktionieren wird.

Letztlich gilt also: Ziehen Sie sich aus und halten Sie sich fit, haben Sie eine gute Idee, versuchen Sie es durch einflussreiche Netzwerke oder gehen Sie einfach Ihren eigenen, individuellen Weg  – Egal wofür Sie sich entscheiden. Hören Sie auf, die Entscheidung anderer zu verurteilen, nur weil Sie diese nicht gut finden und glauben, Sie hätten den Erfolg mehr verdient als andere.

Auf meinem Business-Blog versuche ich meinen Netzwerkfrauen Tipps und Tricks mit an die Hand zu geben, um am eigenen Erfolg zu arbeiten, doch ich nehme zunehmend die starke Diskriminierung unter Frauen wahr (siehe meinen Artikel: Das Eris-Prinzip), die eine Arroganz wiederspiegelt, welche mich oftmals das Gruseln lehrt. Ich akzeptiere das „Naked Business“ und erkenne die Kompromisse und die harte Arbeit die (oftmals) dahinterstecken. Ich nehme mir diese (in dem Fall) Frauen nicht zum Vorbild, da ihr Weg nicht meiner ist, doch ich kann ihre Leistung, egal ob aktiv (harte Arbeit) oder passiv (gute Gene), anerkennen, ohne einen Vergleich mit meiner eigenen Person zu ziehen oder an die Moral der Gesellschaft zu appellieren.

2 Kommentare
  • Detlev Artelt
    26. Januar 2018

    Nunja, Sex sells, aber zuviel davon schreckt eher ab. Elegant muss es sein und dann ist es egal ob Mann oder Frau auf dem Bild ist.

    Glaube aber auch nicht das ein (halb)nackter charmanter Herr mit voluminösen Bauch ein Optimum wäre. Es mag aber auch eine (kleine) Zielgruppe dafür geben.

    Stimme Dir daher in Deinem Fazit voll und ganz zu!

    • Kinga Bartczak
      19. März 2018

      Lieber Detlev,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich denke die Werbebranche wird schon passende Alternativen finden, um ihre Produkte an den Mann/die Frau zu bringen und könnte hier durchaus auch mal vom Motto „sex sells“ abkommen und ein wenig Kreativität beweisen. Zum Glück zeichnet sich dies ja auch schon ab 🙂

      Viele Grüße
      Kinga

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