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Diskriminierung im Job oder auch „das Eris-Prinzip“

Eris, die Göttin der Zwietracht. Selten hat man von vergleichbarer Hinterlist gelesen.

Sie warf einen goldenen Apfel mit der Aufschrift „Der Schönsten“ den Göttinnen Aphrodite, Hera und Athene entgegen. Daraufhin entbrannte ein heftiger Streit, welcher durch Paris, Sohn des Priamos und der Hekabe, zu Gunsten der Liebesgöttin entschieden wurde. Diese hatte ihm im Gegenzug die schönste Frau der Welt Helena, Königin von Sparta, versprochen. Da diese mit dem spartanischen König Menelaos verheiratet war, entführte Paris diese und löste so den Trojanischen Krieg aus.

Sie fragen sich nun, welchen Bezug diese mythische Sagengestalt zu unserer heutigen Realität hat?
Nun es ist recht simpel: Jeder von uns ist schon mal einer solchen Eris begegnet oder fand sich selbst in ihrer Rolle wieder.

Weil Frauen einfach besser mobben können

Mobbing und DiskriminierungOb Aussagen im Job, im Bekanntenkreis oder im Kreise der eignen Familie: Das Eris-Prinzip findet überall Anwendung. Konkret äußert sich dieses Prinzip meist durch verbale Äußerungen, wie beispielsweise:

  • „Hast du gesehen, wie sie sich heute wieder beim Chef eingeschmeichelt hat?“
  • „Du willst nach der Elternzeit sofort zurück in den Job? Das ist aber nicht gut für deine Kinder.“
  • „Ich fand dein Auftreten etwas arrogant. Bist du sicher, dass du die entsprechende Qualifikation überhaupt besitzt?“

Oder ganz simple und von Kindesbeinen an beliebt:

  • „Jeder Gang macht schlank.“
  • „Vielleicht solltest du etwas mehr auf dich achten.“
  • „So wirst du nie eine Chance beim anderen Geschlecht haben.“

Wir Frauen können das übrigens sehr gut: Uns in das Leben anderer einmischen, ihnen (pseudo-) schlaue Ratschläge geben und unser eigenes Lebenskonzept auf alle anderen anwenden. Sie haben eine solche Situation noch nie erlebt? Dann versuchen Sie es mal mit einem Messebesuch.

Welchen Erisapfel (Zankapfel) hätten Sie gerne?

Messebesuche sind oftmals Zerreißproben. Jeder will sich einen der begehrten Plätze in der Podiumsdiskussion sichern, die Aufmerksamkeit eines interessanten Gesprächspartners auf sich ziehen und eine individuelle Beratung bei den Karriere-Parcours in Anspruch nehmen.

Doch seien wir mal ehrlich: Während wir den „Geschenke-Sammlerinnen“ ausweichen, uns bei dem Catering-Stand geduldig in die Warteschlange einreihen, nur um anschließend verzweifelt einen Sitzplatz auf dem überfüllten Messegelände zu suchen, läuft es uns vor allem auf Großveranstaltungen oftmals eiskalt den Rücken runter.

In Podiumsdiskussionen eröffnen sich komplexe Themenschwerpunkte, die nicht nur emotional behaftet, sondern oftmals auch mit einer gewissen Sensibilität zu behandeln sind. Empathie: Fehl am Platze! Stattdessen sagen wir der jungen Studienabsolventin, dass sie sich schön alleine hocharbeiten soll, raten der Vollblut-Mama, dass sie doch mal wieder arbeiten gehen soll und lamentieren stundenlang darüber, ob die Frauenquote sinnvoll ist, alleinerziehende Mütter es schwerer haben als Mütter mit partnerschaftlicher Unterstützung und diskutieren uns dabei in Rage, damit auch ja keine Gruppe bei dem gegenseitigen Ausspielen vergessen wird.

Doch warum das Ganze?

Weil Eris sich nach äußerer (und innerer) Schönheit sehnt

Eris wird oft als eine kleine, hinkende und verschrumpelte Frau beschrieben, die erst durch die von ihr gesäte Zwietracht und den Hass zu wahrer Schönheit erblüht. Letztlich kann man also sagen:

Sie ist das Opfer ihrer eigenen Gestalt und Geschichte, gezwungen Unmut zu verbreiten, um eigene Schönheit und so (möglicherweise) auch ihren eigenen inneren Frieden zu erlangen. In dieser Hinsicht, ist sie vielen Frauen sehr ähnlich.

Frauen werden in jedem Alter diskriminiert. Immer wird ihnen suggeriert, dass ihnen etwas fehlt, dass sie unvollkommen oder fehlerhaft sind. Diese Suggestion verankert sich im Laufe ihres privaten und beruflichen Lebens auf so tiefgründige Art und Weise, dass sie nicht anders können, als das Verhalten anderer als richtig zu erachten und ihr eigenes stets in Frage zu stellen.

Dieses Prinzip geben sie dann irrtümlich von Generation zu Generation an Ihre Töchter weiter, wohlwissend, dass es vielleicht nicht das Richtige ist. Doch es gibt Hoffnung, denn eine neue Flut der Solidarität erwächst.

Weil das Leben kein Mythos ist

Natürlich soll es nicht die Konsequenz dieses Artikels sein, dass wir Frauen als Zwietracht säende Xanthippen betrachten. Es soll vielmehr ein Plädoyer für mehr Solidarität sein.
Jung, alt, dick, dünn, alleinerziehend oder nicht, Single, verheiratet oder vergeben. Egal ob in einer Führungsposition oder nicht – Wir müssen anfangen uns gemeinsam für mehr Solidarität unter den Frauen auszusprechen.

Frauen, die andere Frauen mobben und diskriminieren, haben eine solche Behandlung oftmals selbst erfahren. Früher wurden die jungen Männer „abgehärtet“, heute heißt es „als Frau musst du dich den Männern anpassen und ebenfalls Härte zeigen“. Wir alle stehen unter privatem, beruflichem und gesellschaftlichem Druck, warum also die Last nicht teilen?

Mit Solidarität gegen Diskriminierung

Solidarität von FrauenSie fragen sich hierbei, welche Möglichkeiten es im Bereich der gegenseitigen Solidarität gibt?

Hier meine 7 Empfehlungen:

  1. Netzwerktreffen: Gemeinsamer Austausch von Kontaktdaten für eine künftige Zusammenarbeit
  2. Vernetzung und gegenseitige Unterstützung (Likes, Kommentare etc.) in den sozialen Medien, denn wir sind alle FemalExperts!
  3. Teilnahme an Mentoring-Programmen: Stellen Sie sich als Mentorin zur Verfügung und unterstützen sie andere.
  4. Gemeinsame Messebesuche, auf denen sich sachlich und konstruktiv miteinander ausgetauscht wird.
  5. Diskussionstreffen: Den gemeinsamen Austausch fördern. Hier sind intensives Zuhören und eine große Empathie-Fähigkeit gefragt.
  6. Weiterbildung: Sie kennen einen interessanten Kurs, der Sie beruflich/persönlich weitergebracht hat? Teilen Sie ihr Wissen mit anderen!
  7. Persönliche Empfehlungen: Seien Sie eine wichtige Schnittstelle, um anderen die nötige Gelegenheit zur Selbstpräsentation zu bieten. Nur so können wir den Club der Alpha-Frauen fördern.

Egal ob man sich für diese oder andere Möglichkeiten entscheidet, wichtig ist: Die eigene Situation sollte nicht immer im Fokus stehen. Wir sollten uns für alleinerziehende Mütter oder lesbische Paare einsetzen, auch wenn wir keines dieser beiden „Themengebiete“ für uns selbst beanspruchen. Es darf in Zukunft nicht mehr darum gehen, verschiedene Frauengruppen gegeneinander auszuspielen.

Wir sollten Unterstützung leisten, wo diese gebraucht wird und denjenigen eine Stimme geben, die zu wenig Gehör finden und das sind nicht immer wir selbst. Lasst uns die (seelische) Schönheit von Eris zum Vorschein bringen. Nicht indem wir Zwietracht säen, sondern uns solidarisch miteinander verbünden. Dies ist es, was uns besonders macht und was jeder an uns Frauen (und auch an vielen Männern) bewundert.

Nachgefragt:
Sind Sie schon mal einer Eris begegnet oder haben Sie sich selbst in dieser Rolle wiedergefunden? Warum glauben Sie, nimmt die Diskriminierung unter Frauen zu? Haben Sie selbst Diskriminierung erfahren? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit der FemalExperts-Community!

2 Kommentare
  • Lily
    24. Februar 2017

    Sehr toller Artikel. Ich habe das selber schon oft erlebt und immer wieder einmal zu mehr Solidarität untereinander aufgerufen. ❤

    • Kinga Bartczak
      24. Februar 2017

      Liebe Lily,

      wie schön, dass dir dieses Thema ebenfalls so wichtig ist wie mir.
      Ich empfinde die Diskrminierung unter uns Frauen meistens als sehr belastend und unnötig.
      Schön, dass auch du deinen Weg zu mehr Solidarität gefunden hast und diesen auch anderen Personen aufzeigen möhtest.
      Ich hoffe, dich auch weiterhin auf meinem Blog begrüßen zu dürfen!

      Liebe Grüße
      Kinga

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